Kirchensanierung soll 2013 starten
Bild: Pieper
Zuversichtlich bezüglich der anstehenden Kirchen- und Orgelsanierung an St. Pankratius sind (v.l.) Kirchenvorstandsmitglied Johannes Läer, Präses Elmar Qunate und Kantor Andreas Mattes.
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 Am Finanzierungsplan wird derzeit gearbeitet. Vorbehaltlich der Zustimmung seitens der Paderborner Diözesan-Verwaltung, sollen im Frühjahr 2012 die ersten Aufträge erteilt werden. 2013 könnte dann saniert werden  – damit St. Pankratius zum 125-jährigen Bestehen im Oktober 2015 wieder erstrahlt.

Auch wenn die St.-Pankratius-Gemeinde die Kosten für die Orgel-Sanierung allein zahlen muss, so hat das Erzbischöfliche Generalvikariat doch noch eine andere Art der Unterstützung zugesagt: Im Rahmen der Neustrukturierung der Pastoralverbünde und als Anerkennung für die jahrzehntelange, besondere kirchenmusikalische Arbeit an St. Pankratius wird dort 2015 eine von 20, mit jeweils 25 000 Euro geförderte sogenannte „Leuchtturmstelle“ eingerichtet. Als Inhaber einer solchen ist Kantor Mattes künftig für die gesamte Koordination der katholischen Kirchenmusik in Gütersloh zuständig. Es bedeutet für ihn eine höhere Gehaltsstufe und für seine Träger – St. Pankratius, Heilig Geist und St.-Elisabeth- Hospital – eine deutliche Entlastung des Etats. Eine weitere dieser Leuchtturmstellen wird es in St. Aegidius in Wiedenbrück geben.

Wie „Die Glocke“ berichtete, hatte Kirchenmusiker Andreas Mattes schon 2009 Mängel an der erst 20 Jahre alten, für 550 000 Mark angeschafften Orgel festgestellt. Grund war und ist das für den Korpus verwendete Material. Es besteht aus verleimten und gelackten Mehrschichthölzern. Auf deren Ausdünstungen reagieren die Orgelpfeifen mit Korrosionserscheinungen („Bleizucker“). Die Firma Sauer ist längst insolvent. Regressansprüche sind damit obsolet. Gut 30 der 51 Register sind mittlerweile vom „Bleizucker“ befallen. Das hat nicht nur die Vorarlberger Orgelbaufirma Rieger, die die Orgeln im Regensburger Dom und im Wiener Musikverein schuf, attestiert. Das haben auch zwei Gutachter bestätigt.

Die fachkundigen Österreicher sollen nun nach Wunsch des Kirchenvorstands das Instrument reorganisieren: Die maroden Pfeifen müssen ersetzt, der Korpus ausgewechselt werden. Das Prospekt (Front) soll aus dem Turm heraus auf der Orgelempore 40 Zentimeter nach vorn kommen, damit der Klang besser den Raum erfüllt. Kosten je nach Aufwand und Dauer: zwischen 500 000 und 750 000 Euro. Geld, das die Gemeinde allein aufbringen muss.

Dafür gewährt das Erzbischöfliche Generalvikariat für den Substanzerhalt der Kirche einen Zuschuss von 70 Prozent. Der Herforder Architekt Thomas Quack ermittelt gerade die Kosten. Hauptaugenmerk legt er dabei aufs Dach und die Heizung. So müssen verschiedene Teile der Schieferabdeckung erneuert werden. Außerdem sollen in der mit 800 Quadratmetern größten Kirche Güterslohs künftig acht statt bislang nur ein Heizungs-Austrittsschacht dafür sorgen, dass der Raum sich schneller und vor allem energetisch effizienter mit Wärme füllt. Es gilt, die jährlichen Heizungskosten von 10 000 Euro zu senken.

Quante ist klar, dass sich die Gemeinde mit diesem Sanierungspaket „über Jahre verschulden wird.“ Aber das bisherige Kollekten-Aufkommen stimme ihn zuversichtlich, erklärte er.

Einzelheiten zum finanziellen Hintergrund und wo die Gemeindemitglieder während der Sanierung ihre Gottesdienste feiern können, lesen Sie in der Mittwochsausgabe der Gütersloher „Glocke“.

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