Kirmespark statt Michaeliskirmes
Foto: Bojak
Wollen den Güterslohern etwas Kirmesatmosphäre verschaffen: (v. l.) Veranstaltungsmanager Nobby Morkes, August und Manuel Schneider. Sie wollen bei der Stadt eine Genehmigung für einen Kirmespark auf dem Marktplatz beantragen.
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Ein Hygiene- und Sicherheitskonzept gibt es bereits. Fehlt nur noch die Genehmigung der Stadt. „Das ist eine Kirmes der etwas anderen Art“, sagt Manuel Schneider, der gemeinsam mit seinem Vater August Schneider den Antrag für die notwendige Genehmigung stellen will, damit die Gütersloher wenigstens in einem eingeschränkten Rahmen wieder einmal Kirmesatmosphäre genießen können. Und selbstverständlich sei es auch für die Schausteller wichtig, „das Rad wieder zum Laufen zu bringen“. Ihre Kosten liefen weiter. Einnahmen hätten sie zurzeit kaum. „Für uns wäre es ein Anfang.“

Vorbild in anderen Städten

Vorbild für den Michaelispark, der zunächst vom 1. bis 11. Oktober auf dem Marktplatz geöffnet werden soll, sind ähnliche Veranstaltungen in Städten wie zum Beispiel in Düsseldorf, Paderborn, Dortmund, Erwitte und Bielefeld. Dort seien die Genehmigungen erteilt worden, sagt August Schneider. Es habe keine Beanstandungen gegeben.

Konzept wird angepasst

Ein allgemeines Konzept für den Betrieb der Kirmesparks habe der Deutsche Schaustellerverband ausgearbeitet. „Das muss an die Anforderung der Stadt angepasst werden“, sagt Manuel Schneider. Eine Vorgabe sei zum Beispiel, den gesamten Kirmespark einzuzäunen. Am Eingang – in Gütersloh soll der Zugang zum Kirmespark von der Bismarckstraße aus erfolgen – müssten sich die Besucher registrieren. Das ausgefüllte Formular müsse beim Verlassen des Geländes wieder abgegeben werden. Zudem werde Eintritt verlangt. Im Gütersloher Michaelispark sollen die Besucher einen Euro zahlen. „Beim Schlossparkfest in Erwitte kostete der Eintritt fünf Euro“, ergänzt August Schneider. „Das ist zu viel.“

Große Abstände und Sicherheitspersonal

Innerhalb des Kirmesparks seien bestimmte Abstände einzuhalten, erläutert Manuel Schneider. Die Breite der Durchgangswege müsse etwa bei sieben bis neun Metern liegen. Die Abstände zwischen den einzelnen Ständen betrügen in der Regel drei bis fünf Meter. Diese Details seien mit der Stadt zu vereinbaren. Zudem werde verstärkt Sicherheitspersonal eingesetzt, um zu überprüfen, ob sich alle Kirmespark-Besucher an die Vorgaben hielten. Eine Maskenpflicht bestehe für die Besucher nicht, sagt Manuel Schneider. Aber bei den Veranstaltungen, die er in den vergangenen Wochen besucht habe, trügen viele Menschen die Mund-Nasen-Bedeckung freiwillig. Für die Schausteller sind sie vorgeschrieben.

Autoscooter, Riesenrad und Geisterbahn

Der Kirmespark soll wie auf der üblichen Kirmes unterschiedliche Angebote bereithalten. Fahrgeschäfte wie Riesenrad, Achterbahn – vielleicht auch eine Wildwasserbahn –, Autoscooter, Big Monster aber auch eine Geisterbahn soll aufgebaut werden. Ein Biergarten soll eine Ruhezone im Kirmesgetümmel bieten. Weitere Vergnügungsstände sollen das Angebot abrunden. Statt wie sonst auf der Michaeliskirmes 100 Schaustellerbetriebe werden es im Michaelispark deutlich weniger werden, vermuten Manuel und August Schneider: „Etwa die Hälfte.“

Zugang begrenzt

Und sich auch das „Getümmel“ wird sich in Grenzen halten müssen. „In Bielefeld dürfen sich nur 1700 Menschen gleichzeitig auf dem Gelände aufhalten“, erklärt Manuel Schneider. „Viel zu wenig“, brummt August Schneider. In Bielefeld habe es die Politik die Pläne der Schausteller massiv unterstützt, betont Nobby Morkes, Veranstaltungsmanager und Vorsitzender der Bürger für Gütersloh (BfGT). Dort habe es einen Ratsbeschluss für die Einrichtung eines Kirmesparks gegeben. August Schneider hat sogar NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) von der Idee des Kirmesparks überzeugt. „Er hat sich den Kirmespark in Erwitte angesehen“, erzählt Schneider senior. Und gesagt, man könne solche Veranstaltungen genehmigen – unter gewissen Auflagen.

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