Klaus Doldinger startet Symphony Project 
Jazz-Altmeister Klaus Doldinger und seine Band Passport starten in Gütersloh zusammen mit der Nordwestdeutschen Philharmonie das „Symphony Project“.

Dafür sind eigens 111 000 Euro im Kulturhaushalt veranschlagt worden. Das Geld werde vom Land aus Fördermitteln der regionalen Kulturpolitik fließen, erklärte Kimpel am Donnerstag im Kulturausschuss – als reiner Durchlaufposten. Denn die Abwicklung der Landesförderung erfolge wie auch bei anderen interkommunalen Gemeinschaftsprojekten (z. B. Tanz OWL) in Abstimmung mit der Bezirksregierung zentral über eine der am Projekt beteiligten Städte – in diesem Fall eben Gütersloh.

Geplant sind sieben Konzerte in sieben Städten, darunter in Bielefeld, Höxter, Minden und Bad Salzuflen, die Doldinger mit seiner Band Passport in Kooperation mit der Nordwestdeutschen Philharmonie erarbeitet. „Da werden 70 Musiker auf der Bühne sein und zu einem mitreißenden Cross-Over von Klassik und Jazz einladen“, freut sich Kimpel. Generalprobe und Premiere finden in Gütersloh statt.

Ziel des Projekts sei es, so der Kulturdezernent, Klassik und Jazz für ein breiteres Publikum zu öffnen, vor allem junge Leute zu locken, und die Städte der Region einmal mehr zusammenzubringen. Außerdem könne man damit die um ihr Überleben kämpfende Nordwestdeutsche Philharmonie stärken. Interessant ist ein besonderer regionaler Bezug, an den das Projekt anknüpfe und der Doldinger selbst sehr wichtig sei: Sein 1967 komponiertes Jazz-Concertino war damals von der NWD uraufgeführt worden. Dessen Wiederaufnahme steht daher ebenso auf dem Konzertprogramm des „Symphonic Projects“ wie des Jazz-Altmeisters Filmmusiken, darunter die unverkennbare Tatort-Melodie oder Soundtracks aus „Das Boot“ und „Die unendliche Geschichte“. Sie alle stehen auch für Doldingers undogmatische Offenheit, eine Vielzahl von Einflüssen zu akzeptieren und aufzugreifen.

Der Kartenvorverkauf startet in der kommenden Woche an allen bekannten Vorverkaufsstellen.
 Er selbst hatte Kimpel die Aktion bei einem Auftritt vor zwei Jahren in Gütersloh vorgeschlagen. Da hatte der heute 77-Jährige auch schon entsprechende Erfahrungen gesammelt. Denn sein erstes „Symphonic Project“ zog er bereits 2011 mit der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz durch. Kimpel ist zuversichtlich, dass sich die Veranstaltung trägt – angesichts der Fördermittel und einer hoffentlich ausverkauften Stadthalle. Mit Doldingers Passport ist jedenfalls ein Zugpferd – nicht nur für Jazzfans – am Start.

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