Klimaschützer setzt auf Bausatz-Laptop
Bild: Bojak
Laptop Marke Eigenbau: Klimaschützer Kurt Gramlich präsentiert seinen ersten selbst zusammengebauten Computer, der immer wieder repariert werden kann und nicht nach ein paar Jahren nur noch Schrottwert hat.
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Wer jetzt glaubt, der Sprecher der Bürgerinitiative Energiewende, Unterstützer der Aktion „Fridays for Future“, Vorstandsmitglied beim Klimatisch – um nur einige Aktivitäten aufzuzeigen – trage eine riesige vorsintflutliche Holzkiste mit sich, irrt. Der 67-Jährige ist nämlich zudem Vorsitzender des Vereins Freie Software und Bildung. Der setzt sich seit mehr als 25 Jahren dafür ein, dass zum Beispiel im Bildungssektor und in Privathaushalten freie Software verwendet wird.

Freie Software auf freier Hardware

„Die steht unter einer Lizenz, die es ausdrücklich erlaubt, die Software zu verändern und weiterzuentwickeln, zu kopieren und weiterzuverbreiten“, erklärt Gramlich. Deshalb sei sie allen anderen Betriebssystemen deutlich überlegen. Bei der freien Software Linux sei der Quellcode offen. Jeder, der sich ein wenig damit auskenne, könne einsehen, welche Daten auf welche Weise verarbeitet würden.

Welche Daten zum Beispiel vom Smartphone übertragen würden. „Die Programme, die man benötigt, können immer wieder aktualisiert werden – kostenlos“, erläutert Gramlich. Seit gut vier Wochen laufen die Linux-Anwendungen bei Kurt Gramlich auf einem Bausatz-Rechner, den er selbst zusammengesetzt hat.

Reparieren statt neu kaufen

„Das können Sie auch“, betont Gramlich. Der ehemalige Fachbereichsleiter EDV bei der Volkshochschule Ravensberg in Halle ist überzeugt davon, dass jeder, der einen Ikea-Schrank zusammenbauen kann, auch in der Lage ist, einen Computer nach den Bauplänen des jeweiligen Herstellers zusammen zu setzen. Sein Modell stammt aus Bulgarien.

„Ich habe einen Tag dafür eingeplant“, sagt Gramlich, „und war schon nach etwa zwei Stunden fertig.“ Vorteil des Rechners Marke Eigenbau: Er kann immer wieder repariert werden. „Diese Rechner müssen nicht nach ein paar Jahren auf den Schrott“, betont Gramlich. Das sei auch für den Klimaschutz ein bedeutender Faktor.

Einsatz in den Schulen

Kurt Gramlich will sich jetzt dafür stark machen, dass Schüler im Unterricht ihre Rechner mit freier Hardware selbst zusammensetzen. Die Schüler erhielten auf diese Weise auch intensive Einblicke in die Funktionsweise eines Computers und könnten technische Entwicklungen besser einschätzen.

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