Kliniken beklagen schlechte Finanzierung
Bild: Dinkels
Diskutierten über die Krankenhausfinanzierung: (v. l.) Moderatorin Susanne Zimmermann, Birgit Niemann-Hollatz (Grüne), Reinhard Loer (LWL-Klinikum), Maud Beste (Klinikum Gütersloh), Ursula Doppmeier (CDU), Hans Feuß (SPD) und Dr. Stephan Pantenburg (St.-Elisabeth-Hospital) im Vortragssaal der Zentralen Akademie für Berufe im Gesundheitswesen (ZAB).
Bild: Dinkels

„Wann immer das Leben uns braucht, ihre Krankenhäuser“ heißt eine Kampagne der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen (KGNW), an der sich auch die Gütersloher beteiligen.

Maud Beste, Geschäftsführerin des Klinikums Gütersloh, beklagte die zu geringe Investitionsfinanzierung des Landes NRW: „Die chronische Unterfinanzierung führt zu einem Substanzverlust, der dramatisch ist.“ Baumaßnahmen müssten aus Betriebsmitteln finanziert werden, der Sparzwang steige. Beste: „Der Investitionsstau wird auf dem Rücken der Mitarbeiter ausgetragen.“

Selbst wenn das Klinikum das Doppelte der aktuellen Baupauschale von 830 000 Euro erhalte, sei das angesichts notwendiger Investitionen von rund 30 Millionen Euro in den nächsten 10 Jahren noch zu wenig. Die Schließung des Standorts Rheda habe das Klinikum allein 0,6 bis 0,7 Millionen Euro gekostet.

Die Schere zwischen den Einnahmen sowie den Personal- und Sachkosten öffne sich weiter, sagte Reinhard Loer, Kaufmännischer Direktor des LWL-Klinikums. Allein der jüngste Tarifabschluss bedeute für sein Haus höhere Personalkosten von bis zu 400 000 Euro. Durch steigende Fallzahlen, ältere und anspruchsvollere Patienten und den Dokumentationsaufwand wachse die Belastung des Personals. Loer: „Die Krankenhäuser müssen in die Lage versetzt werden, die erforderliche Personalausstattung zu finanzieren.“

Dr. Stephan Pantenburg, Geschäftsführer des St.-Elisabeth-Hospitals: „Es findet eine Rationierung statt und sie wird am Krankenbett sichtbar.“ Im Kreis Gütersloh habe es mit der Schließung der Häuser in Versmold und Rheda überdies schmerzhafte Einschnitte gegeben. Von der Kapazität her „sind wir schon an der Untergrenze dessen, was wir hier in Zukunft brauchen werden“.

Die Politiker hörten es wohl, nur Rezepte hatten sie nicht. „Der Topf, der zur Verfügung steht, ist begrenzt“, sagte die CDU-Landtagsabgeordnete Ursula Doppmeier. Die Hebammen hätten sich bundesweit Gehör verschafft, dass sollten die Krankenhäuser auch tun. „Krankenhäuser sind Teil der Daseinsvorsorge. Es ist wichtig, dass sie gut finanziert sind“, sagte Birgit Niemann-Hollatz (Grüne). „Es muss mehr Geld ins System“, meinte auch der SPD-Landtagsabgeordnete Hans Feuß. Wo es herkommen soll, sagten die Politiker nicht.

SOCIAL BOOKMARKS