Klinikum gründet Versorgungszentrum
Wollen das Klinikum stärken: Geschäftsführerin Maud Beste und der Aufsichtsratsvorsitzende Hans-Dieter Hucke.  Bild: Dinkels

Der Antrag für die neuen Tochter müsse bis Anfang Mai bei der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe vorliegen, sagte Geschäftsführerin Maud Beste der „Glocke“, daher die Eile. Der Aufsichtsrat hatte dem MVZ in seiner Sitzung am Montag zugestimmt – nach Informationen der „Glocke“ bei zwei Enthaltungen.

 Ein Medizinisches Versorgungszentrum ist eine Einrichtung zur ambulanten Krankenversorgung, in dem beliebig viele Ärzte im Angestellten-Verhältnis arbeiten können. Es muss fachübergreifend sein und mindestens zwei Disziplinen umfassen. Bundesweit gibt es laut Beste zurzeit etwa 1700 solcher Zentren.

Am Klinikum sollen demnach die ambulante Gefäßchirurgie und die Praxis für Nuklearmedizin des niedergelassenen Arztes Dr. Ulrich Buschsieweke (Bild) in das MVZ eingebracht werden. Die Pläne hingen mit dem Ausscheiden von Dr. Heinz Otfried Altstaedt (64) zusammen, so Beste. Der Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie tritt in Kürze in den Ruhestand. Für ihn wird ein Nachfolger gesucht. Altstaedt war bisher allein im Besitz einer sogenannten Ermächtigung für die ambulante Behandlung.

Das MVZ soll es auch möglich machen, mehr Ärzte zu beschäftigen. Räumlich werde sich durch das Zentrum nichts verändern, erläuterte die Geschäftsführerin. Es müsse nichts gebaut werden. Aber: „Wir hoffen, dass sich für die Patienten die Wartezeiten verkürzen. Im Moment wandern noch viele nach Bielefeld ab.“

Auf der Kostenseite schlägt sich das MVZ laut Beste mit 200 000 Euro nieder, die als Stammkapital in die GmbH eingebracht und aus Rücklagen genommen werden sollen. Das Klinikum ist zu 96 Prozent Gesellschafter. Vier Prozent entfallen auf niedergelassene Ärzte, darunter Buschsieweke, der Onkologe Dr. Siegfried B. Rösel, der Urologe Dr. Rainer Reuken und der Sprecher der Ärztevereinigung Medi Güt, Dr. Michael Prange.

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