Kolbeplatz wandelt sich zur Flaniermeile
Das Geschäfts- und Wohnhaus (Block V) aus der Perspektive des Cafés „Miner’s“: Ins Erdgeschoss und ins erste Obergeschoss zieht das Sporthaus Finke. Die Glasfassade im Eingangsbereich ist 7,50 Meter hoch.

Den Bauantrag kündigte Hauer am Freitag vor der Presse für Ende März an, den Baubeginn für den Sommer. Das Investitionsvolumen bezifferte er – einschließlich der von der Familie Finke und der Stadt erworbenen Grundstücke – auf gut 15 Millionen Euro. Die Wohnungen in den Obergeschossen sollen schon bei der Immobilienmesse der Volksbank am 17. und 18. März präsentiert werden.

Anders als bei anderen Vorhabenträgern hätten die Bauherren, die Volksbank-Tochter Geno Immobilien und der Bauträger G eins, beim Erwerb der Grundstücke im September keinen Optionsvertrag mit Rücktrittsrecht unterschrieben. Hauer: „Solche Verträge machen wir nicht.“ Und die Widerrufsfrist sei im Dezember verstrichen. Außerdem sei für das Sporthaus Finke, das dort einziehen soll, bereits ein Mietvertrag unterschrieben worden.

Die jetzt vorgestellten Baukörper IV und V bilden den Abschluss einer Entwicklung, die 1993 mit einem städtebaulichen Wettbewerb begonnen hatte. Die ersten drei Baublöcke wurden von einer heimischen Investorengemeinschaft vor zwölf Jahren fertiggestellt. Seither passierte nichts. Eine neue Dynamik bekam das Thema erst, als 2008 Pläne für ein Einkaufszentrum auf den Gelände des Möbelhauses Wellerdiek bekanntwurden.

Als dann wieder nichts passierte, gingen Hauer und Geno-Geschäftsführerin Heike Winter nach eigenen Angaben im März vorigen Jahres auf die früheren Grundstückseigentümer zu und stimmten die Pläne fortan vertraulich mit der Stadtverwaltung ab.

Geplant sind zwei dreigeschossige Wohn- und Geschäftshäuser mit zusätzlichen Dach- und zurückgesetzten Staffelgeschossen. Die Gesamtnutzfläche liegt über 6000 Quadratmeter, darunter bis zu 4700 Quadratmeter für den Einzelhandel im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss. 2100 Quadratmeter sind für insgesamt 25 Eigentumswohnungen in den zweiten Obergeschossen und den Staffelgeschossen verplant.

Hauptmieter ist auf 2000 Quadratmetern die Familie Finke mit ihrem Sporthaus. Außerdem würden für ein Lebensmittelgeschäft (850 Quadratmeter) Gespräche mit einen heimischen und zwei auswärtigen Interessenten geführt, sagte Heike Winter. Auch weitere Gastronomie könne der Kolbeplatz noch vertragen.

Begonnen wird laut Hauer im Sommer mit dem Ausschachten der zweigeschossigen Tiefgarage. Sie soll sich unter dem gesamten Gelände erstrecken, an die Tiefgarage Klingenthal-Kolbeplatz angedockt und auch über deren Zufahrt erschlossen werden. Einen zentralen Zugang bekommt sie am Durchgang zur Eickhoffstraße, der Fußgängerzone wird.

Die Abluft aus der Tiefgarage und die darin erhaltene Wärme sollen über eine Wärmepumpe zwei Drittel des Bedarfs für beide Baukörper decken. Für den Rest soll ein zusätzlicher Kessel in der Energiezentrale errichtet werden. Im Baublock V wird ein Teil der Wohnungen an einen großen Dachgarten angeschlossen, der mit bis zu fünf Meter hohen Gewächsen bestückt werden soll.

Die Architektur orientiert sich Richtung Kolbeplatz an den bestehenden Gebäuden, erhält jedoch Richtung Eickhoffstraße mit Flachdächern einen anderen Stil. „An der Eickhoffstraße werden wir einen Quartierseingang haben“, sagte Hauer mit Blick auf die Fronten. Mit der Verwaltung sind die Pläne abgestimmt. Die Politik, die noch einer Anpassung des Bebauungsplans zustimmen muss, hat sich ebenfalls ausnahmslos positiv geäußert.

SOCIAL BOOKMARKS