Komplettes Call-Center unter dem Hammer
In drei bis vier Stunden will Detlef Jentsch am 3. September das gesamte Inventar des Call-Centers – mit Ausnahme des Servers – versteigert haben.  Bild: Dinkels

Deshalb wird am Samstag, 3. September, ab 11 Uhr in einem Büro-Gebäude an der Straße Am Anger 33-35 ein komplettes Call-Center versteigert. Das ist selbst für einen erfahrenen Auktionator wie den Gütersloher Detlef Jentsch (69) Neuland.

„Ein Call-Center hatte ich noch nie und in Gütersloh ist es das erste, das unter den Hammer kommt“, sagt der eloquente Auktionator. Der Vermieter hat ihn im Juli engagiert. Er macht laut Jentsch von seinem Vermieter-Pfandrecht Gebrauch. Drei Tage benötigte Jentsch, um das gesamte Inventar zu ordnen.

Das Unternehmen sei etwa zwei Jahre in dem Gebäude ansässig gewesen und in die Insolvenz gegangen. Alte Aktenordner aus den 1990er-Jahren zeugen von einer deutlich längeren Geschäftstätigkeit. Zu den Kunden zählte beispielsweise der kostenpflichtige Programmanbieter Sky.

An die 340 Positionen hat Jentsch katalogisiert. Dazu zählen 42 komplette Arbeitsplätze mit Computern, Monitoren, Tastaturen, Mäusen, Stühlen, Tischen und Trennwänden sowie den obligatorischen Head-Sets. Büromaterial und jeweils fünf Papierkörbe hat Jentsch zu Posten, sogenannten Konvoluten, zusammengestellt.

Außerdem im Angebot: eine Küchenzeile, Sitzgarnituren, Ventilatoren, Fernseher, Schreibtische, ein Empfangscenter und Bilder. Im Keller steht zwischen Reserve-Computern, Telefonen, Stühlen und Fax-Geräten ein schwerer Tresor (Burgwächter), auf dem sogar noch der einfallslose Nummerncode prangt: 1, 2, 3, 4, 5, 6.

„Alles muss raus“, sagt Jentsch. Zu diesem Zweck hat er Betreiber von Call-Centern angeschrieben, in einschlägigen Magazinen geworben und Öffentlichkeitsarbeit betrieben. Auch eine komplette Übernahme des Call-Centers ist möglich. Einzige Ausnahme: Der Zentralrechner (Server) bleibt an Ort und Stelle. „Weil da Kabel dranhängen“, sagt Jentsch. „Wenn da einer was durchkneift, ist alles tot.“

Versteigert werden zwei rote Reisekoffer samt Anhängern („Grand Hyatt Dubai“), die schon erwähnten Micky-Maus-Hefte (Jentsch: „Manche Hefte sind super erhalten“), Geldnoten und eine Kasino-Münze aus Las Vegas, eine Tiersmske und Bilder, die sich im Lauf der Zeit angesammelt haben. Was sich der Auktionator von der Versteigerung erhofft, sagt er nicht. „Das darf ich gar nicht“, merkt er mit Blick auf einschlägige Vorschriften für Versteigerungen an.

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