Kopik-Schau eröffnet europäische Kulturwoche
Bild: Pieper
Laden ein zur Vernissage: (v.l.) Bildhauer Cezary Kopik, Wioletta Pacuszka, Leiterin des Museums Grudziadz, CKurator Christoph Winkler,  Eckhard Sander, Organisator der Europäischen Kulturwoche und Sparkassenvorstand Kay Klingsieck.
Bild: Pieper

Die Vernissage um 11.30 Uhr ist gleichzeitig die Eröffnung der 29. Europäischen Kulturwoche.

Kopik ist in Gütersloh kein Unbekannter. Schon 2001 gab er im Stadtmuseum einen Einblick in seine Welt. Der aus Garwolin bei Warschau stammende Bildhauer ist Autodidakt. Mit großer Beharrlichkeit ist er seinen Weg gegangen, hat sich vom handwerklich versierten Vertreter östlicher Volkskunst und per Medaille geehrtem „Verdienten Kulturaktivist“ (1986) zu einem Suchenden und Sehenden der modernen Kunst entwickelt. So finden sich in der Ausstellung neben einem bienenumschwirrten Heiligen Ambrosius, Schutzpatron der Imker, ein Triptychon (Madonna, Engel, Chor), das ikonenhafte Charakteristika aufweist, oder auch eine bunt angemalte „Maskerade“. Kopik hat sich von dem gleichnamigen Bild des deutschen Expressionisten Karl Hofer zu einem hölzernen Tableau inspirieren lassen, in dem Harlekin, Jongleur und Komödiant wie auf einer Bühne agieren.

Interessant ist seine Umsetzung von Rembrandts „Nachtwache“: Der 65-jährige Künstler hat die Figuren des Monumentalbilds zu einer kompakten, rundum einsehbaren Skulptur „aufgerollt“ – einschließlich bedrohlich aufgerichteter Piken.

Wie schon 2001 sind auch jetzt wieder Kopiks symbolträchtige Einzelfiguren „Ikarus“ und der „Kaktus Europa“ zu sehen. Archaisch in der Form und von massiven Bearbeitungsspuren geprägt, stehen sie für das Ende von Träumen oder zumindest für die Schwierigkeiten, Hoffnungen wahr werden zu lassen: Der Himmelsstürmer liegt gebrochen am Boden und der blutrot bemalte Stacheldraht auf schwarzer Mooreiche zeigt an, dass sich noch so manche unüberwindliche Grenze durch Europa – und Köpfe – zieht. Kunst, die sich positioniert.

Dass der 65-Jährige aber auch der puren Ästhetik frönt, lässt sich an seinem „Akt in der Natur“, einem elegant verschlungenen Paar aus passend gewachsenem Mirabellenholz ersehen. Als Symbol für Glück und Weisheit hat er den auf wenige Linien reduzierten Elefanten und die Eule in einer Plastik vereinigt und unter dem Titel „Vergeistigt“ gleich eine ganze Reihe von Skulpturen geschaffen, die von Liebe bis zur schieren Verzweiflung Menschliches im Fegefeuer der Gefühle widerspiegeln. Kopiks Welt reicht vom Himmel bis zur Hölle.

Die Ausstellung ist bis zum 13. November zu sehen.

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