Kostenloses Internet für die Innenstadt
Bild: Reckeweg
„Kostenlos ins W-Lan“: Detlev Buschkamp zeigt den Router und einen Aufkleber, der die Schaufenster der Geschäfte zieren soll.
Bild: Reckeweg

Die Bürgerinitiative „Freifunk Gütersloh“ will das jetzt ändern. Detlev Buschkamp ist einer der Initiatoren. Er holte das Projekt nach Gütersloh. Über Bekannte aus Paderborn habe er von der Freifunkgemeinschaft erfahren. „Freifunk ist ein bundesweites Projekt. Ich wurde neugierig, habe mich informiert und wollte das auch in Gütersloh machen.“ Außer Buschkamp gehören Kai Siering und Tobias Timpe zu der Gruppe.

Seit der Gründung Ende Juni haben sie bereits 38 Knoten installiert. Dafür werde ein kleines Gerät an einen normalen Internetrouter angeschlossen. Dieser Knoten strahle ein eigenes W-Lan-Signal namens guetersloh.freifunk.net aus. Das Netz sei ohne eine Passwort-Verschlüsselung für jeden in der Nähe zugänglich, erklärt Buschkamp. „Bisher machen hauptsächlich Geschäftsleute mit, die ihren Gästen den Zugang umsonst anbieten wollen. Grundsätzlich können und sollen sich aber auch Privatpersonen beteiligen.“

Angst vor Missbrauch müsse der Besitzer des Routers nicht haben, erläutert der Freifunker. „Wir leiten den Datenverkehr über das europäische Ausland um. Dadurch kann nicht zurückverfolgt werden, mit welchem Gerät ich im Internet war.“

In Deutschland gibt es die Störerhaftung, eine gesetzliche Regelung, dass im Fall illegaler Aktivitäten der Inhaber des Internetanschlusses haftet. Diese könne so ebenfalls umgangen werden. Die Router haben noch weitere Vorteile: „Jeder kann in dem Netz zu 100 Prozent anonym bleiben“, erklärt Buschkamp. Hauptziel sei, erstmal in der Gütersloher Innenstadt möglichst flächendeckend kostenfreies W-Lan anbieten zu können. „Wir wollen zunächst den Kolbeplatz, den Berliner Platz und den Dreiecksplatz abdecken“, berichtet Buschkamp.

Bisher beteiligen sich Friseure, Cafés, Bekleidungsgeschäfte und Gaststätten. Schaut man dort auf sein Smartphone oder Laptop, zeigt dieses das freie Netzwerk automatisch an und der Nutzer kann ins Internet – ohne Anmeldung, Passwort und komplett anonym. Buschkamp ist begeistert, wie schnell das Netz wächst: „Wir freuen uns über jeden, der mitmacht. Wer interessiert ist und Fragen hat, darf gern zu uns kommen.“ Die Treffen der Freifunker finden alle zwei Wochen freitags ab 19 Uhr in der Weberei statt.

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