Kuh Gracia macht neun Glücksritter froh
Bild: Dünhölter
Zur Auswahl der Felder konnten Besitzer Lennart Landwehr (links) und Moderator Rainer Straube der ausführenden Kuh Gracia keinen Kommentar entlocken.
Bild: Dünhölter

 „Kuhfladen-Roulette“ ist die vom Schützenverein Pavenstädt erdachte Veranstaltung überschrieben, die längst den Status der kuhigsten Unterhaltungsshow im ganzen Stadtgebiet genießt. Am Himmelfahrtstag wurde die Wiese wieder für die Wetten präpariert. Im bereits elften Jahr konnte spekuliert werden, auf welchem Feld die genau definierten Hinterlassenschaften mit dem Mindestmaß von 15 Zentimetern Länge landen.

Die Gäste mit der weitesten Anreise und den staunendsten Augen kamen in diesem Jahr aus Tansania (Ostafrika) als Besuch von Pastor Ulrich Klein. Die Regeln für das in drei Wertungsdurchgängen aufgeführte „Pavenstädter Kulturgut“, so Kuh-Rator Rainer Straube, sind denkbar einfach. Die hintere Wiese neben dem Schützenheim wird in 200 gleich große Quadrate aufgeteilt, die als Spielfläche dienen. Ein Wertungsdurchgang dauert maximal 45 Minuten. Ist nichts Entscheidendes gefallen, gewinnt das Feld, auf dem der rechte Vorderhuf bei Spielende steht. Im eingerichteten Wettbüro kann für den Mindesteinsatz von 2,50 € auf den Landeplatz der Hinterlassenschaft gesetzt werden.

Als Star, Wettagitator und Hauptprotagonist des bunten Programms hatten sich die Pavenstädter Gracia auserkoren. Der zweieinviertel Jahre alte Wiederkäuer steht ansonsten im Stall von Lennart Landwehr (24) in Brockhagen. In puncto Dressur war Gracia kürzlich deutsche Vizemeisterin geworden. In der nun angesagten Disziplin Roulette nahm sich das Tier Zeit. Herrchen Lennart Landwehr dozierte derweil: „Eine Kuh muss etwa alle zwei bis drei Stunden, also zehn- bis zwölfmal am Tag.“

Vollzug nach 35 Minuten

 Nach 35 Minuten war es soweit: Ein Fladen fiel auf das Feld S 8. Wie sich herausstellte, hatte das niemand auf dem Zettel. Als Trostpreis mussten sich zwei Wetter 50 Euro teilen. Von der restliche Preisprämie gingen 150 Euro an einen Pavenstädter Kindergarten, der Rest wanderte in den Pott für eine der beiden nächsten Runden. Für die humorvollen Kommentare zeichnet seit der Premiere der zweite Vorsitzende des Schützenvereins Pavenstädt, Rainer Straube (56), verantwortlich. Kostprobe: „Die Kuh schaut so interessiert zur Wurstbude rüber. Keine Sorge, das sind Schweinswürste.“

Die vollen Zuschauerränge erklärten sich für Straube fast von allein: „Primär geht es darum, Spaß zu haben. Ein bisschen ist es aber auch wie Lotto spielen. Fast alle Zuschauer hier haben mindestens einen Wettschein. Jeder hofft darauf, Glück zu haben.“ Der signifikante Unterschied: Die Chancen für einen Lotto-Hauptgewinn liegen bei 1:140 Millionen, beim Kuhfladen-Roulette 1:200.

Ähnlich amüsant ging es auch im zweiten und dritten Durchgang zu. Im zweiten Wettabschnitt schlug die braune Bombe zur Freude von zwei Gewinnern vor den Augen der Promi-Jury – Bürgermeister Henning Schulz (CDU), Bundestagsabgeordneter Ralph Brinkhaus (CDU) und Kreislandwirt Heiner Kollmeyer - direkt neben der ersten in Feld T 8 ein. Im dritten Durchgang freuten sich gar fünf Glücksritter nach dem Überschreiten des Zeitlimits.

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