Kulturelle Leckerbissen bei Vesperkirche
„Silver Dusk“ haben sich beim Coaching der Kreismusikschule gefunden. Im Talk mit Musikschulleiterin Miriam Köpke reden sie im Rahmen der Vesperkirche über sich, ihre Proben, Auftritte und Vorlieben.

„Wir wollen die Martin-Luther-Kirche zu einem kulturell lebendigen Ort machen“, sagt Wolfgang Sieveking, Mitglied im ehrenamtlichen Organisationsteam. Die Atmosphäre in der umgebauten und beleuchteten Kirche verleihe den Veranstaltungen zusätzlichen Charme: Besonders reizvoll wirkt sich das bei den Filmabenden aus, wo auf Leinwänden auf beiden Seiten des Kirchenschiffs geschaut werden kann.

Die Besucher der Kulturabende dürfen eigene Knabbereien und Getränke mitbringen. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei, weil die Künstler auf eine Gage verzichten und Sponsoren alles andere abdecken.

Das Programm

Sonntag, 26. Januar, 19 Uhr: Es wird politisch. 30 Jahre nach der Wiedervereinigung zeigt das Ensemble Wendehammer um Siegfried Wolff sein Programm „Auferstanden Recht und Freiheit“. Wolff, Leiter des Katharina-Luther-Hauses an der Feuerbornstraße, hat als Dissident in der DDR lange Zeit im Gefängnis gesessen. Was er dort durchlitt, hat er in einem Buch niedergeschrieben. An diesem Abend liest er daraus vor. Dazu gibt es Musik und Geschichten, die die Perspektive auch von der BRD-Seite der Mauer aufgreifen. Sabine Griep (Gesang) und Bernd Hainke (Gitarre und Gesang) begleiten den Abend musikalisch.

Montag, 27. Januar, 20 Uhr: Es geht mit einem Stummfilmklassiker weiter. Der Streifen „Der Vagabund und das Kind“ von 1921 erzählt die Geschichte eines Vagabundes, der sich eines Kindes annimmt, das von seiner Mutter verstoßen wurde. Zwischen den beiden entwickelt sich eine tiefe Freundschaft. Am Klavier: Jens Hullermann, erfahrener Begleiter unter anderem von Chaplin- und Keaton-Filmen.

Mittwoch, 29. Januar, 20 Uhr: Das Programm setzt sich mit einem weiteren Kinoabend fort. Diesmal ist ein vielfach prämierter englischer Spielfilm aus dem Jahr 2000 zu sehen: Billy Elliot. Es geht um einen Jungen, der in einer Bergarbeitersiedlung im Norden Englands aufwächst und entdeckt, dass er lieber tanzen als boxen will. Das Ganze spielt in einer Zeit, in der die Thatcher-Regierung an den streikenden Bergarbeitern ein Exempel statuieren und die Macht der Gewerkschaften brechen will.

Samstag, 1. Februar, 19 Uhr: An diesem Tag ist die Jugend an der Reihe. Die Gütersloher Bands „Oben ohne Turban“ und „Silver Dusk“ rocken die Kirche. Die Bands haben sich beim Coaching der Kreismusikschule gefunden und spielen seither zusammen. Im Talk mit Musikschulleiterin Miriam Köpke sprechen sie über sich, ihre Proben, Auftritte und Vorlieben. Es wird interessant, laut – und lecker: Der Abend läuft unter dem Motto „Pop und Pizza“. Für die Besucher gibt’s Pizza umsonst.

Freitag, 7. Februar, 19 Uhr: Auf Rock- folgt Weltmusik: Pronto Mulino tritt auf. Die zehnköpfige Kombo aus Bielefeld bedient Instrumente wie Akkordeon und Gitarre, Trompete und Violine. Damit spielen sie Musik, die berührt und gute Laune macht – sei es Klezmer, Chansons, Filmmusik oder Balkanbeats.  

Samstag, 8. Februar, 20 Uhr: Den Abschluss liefern die Sazerac Swingers. Die Gruppe um Max Oestersötebier muss man den meisten Güterslohern nicht mehr erklären. Klar ist: Die Besucher erwartet wuchtiger, energiegeladener New-Orleans-Jazz und eine Show, bis die Kirchenglocken wackeln. Die Sazerac Swingers gelten inzwischen als Güterslohs bester Musikexport, mit Auftritten auf Festivals in aller Welt.

Täglich: Wem der Sinn eher nach kleineren musikalischen Portionen steht, ist zum täglichen Mittagskonzert „20 um 2“ willkommen, schreiben die Organisatoren. Jeden Tag ab 14 Uhr serviert die Vesperkirche 20 Minuten Musik-Nachtisch – gespielt von Schülern und Lehrern der Kreismusikschule sowie der Schule für Musik & Kunst. Sie schöpfen aus einem breiten Repertoire an Instrumental- und Gesangsstücken.

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