Kulturräume benötigen höheren Zuschuss
Bild: Bojak
Erläuterten den gestiegenen Zuschussbedarf der Kulturräume für 2013: (v. l.) Ralph Fritzsche, kaufmännischer Betriebsleiter, Andreas Kimpel, Betriebsleiter und Kulturdezernent, und Theater-Intendant Christian Schäfer.
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 „Ein Plan ist ein Plan. Dabei kann es immer zu Abweichungen kommen“, sagte Kimpel am Montag in einem Pressegespräch zu den aktuellen Zahlen. „Es ist uns nicht gelungen, gegenüber 2012 die Kosten weiter zu senken“, räumte Ralph Fritzsche, kaufmännischer Betriebsleiter der Kulturräume, ein. In diesem Zusammenhang stellte er heraus, dass die Kulturräume aufgrund der strukturellen Beschaffenheit nur einen begrenzten Spielraum hätten, um die Entwicklung zu beeinflussen. So seien zum Beispiel die Personalkosten für die Stadthalle um rund 131 000 Euro höher ausgefallen als erwartet, für das Theater um 95 000 Euro. Bei den Aufwendungen für die Stadthalle deckt dieser Bereich 41 Prozent des Gesamtvolumens ab, beim Theater 24 Prozent. Bei insgesamt 605 Veranstaltungen in beiden Häusern pro Jahr sei eine weitere Senkung der Personalkosten aber nicht möglich, betonte Kimpel. Insgesamt gehören 24 fest angestellte Mitarbeiter zu den Kulturräumen. „Wir können das nicht weiter runterfahren.“ Die Aushilfskräfte vor allem für die Bereiche technischer Auf- und Abbau, Garderobe und Saalordner werden auf 450-Euro-Basis beschäftigt. „Wir können diese Arbeiten auch nicht auslagern“, betonte Kimpel. Für den reibungslosen Ablauf seien Aushilfen nötig, die sich in Stadthalle und Theater auskennten. Deshalb planen die Kulturräume auch für die kommenden Jahre mit einer Steigerung der Lohn- und Personalkosten um rund 2,5 Prozent.

Kostensteigerung durch Preiserhöhungen nicht aufzufangen

„Wir können solche Entwicklungen nicht ganz durch Preiserhöhungen bei den Eintrittspreisen auffangen“, erläuterte Fritzsche. Im Vergleich mit ähnlichen Häusern in der Region lägen die Preise schon im oberen Drittel. Und weil der Reiz des Neuen beim Theater inzwischen nachgelassen hat, verzeichnen die Verantwortlichen auch einen Rückgang beim Verkauf von Karten. In diesem Bereich sehen Kimpel, Fritzsche und Theater-Intendant Christian Schäfer aber Handlungsspielraum. „Wir wollen die Eintrittskartenerlöse erhöhen“, erklärte Kimpel. Dazu sollen nicht nur Abonnements-Kunden gebunden, sondern auch Neukunden gewonnen und Restkarten besser an den Markt gebracht werden.

Marketking vorantreiben

Um die Werbung für das Haus voranzutreiben, hat Andreas Kimpel für 2014 eine Marketingstelle gefordert. „Wir benötigen gezielte Maßnahmen zur Kundengewinnung“, betonte Kimpel. Bisher gebe es zum Beispiel nur einen einfachen Internetauftritt. Zusätzliche Social-Media-Aktivitäten seien mit der vorhandenen Personalkapazität nicht zu betreuen. Von der Politik gibt es nach Angaben von Kimpel jedoch Signale, dass eine Marketingstelle für die Kulturräume nicht gesehen wird. Einen ersten Schritt zur kundenfreundlicheren Vermarktung der Eintrittskarten hat die Verwaltung der Kulturräume bereits jetzt angestoßen. Einzelkarten sollen spätestens zum Beginn der neuen Spielzeit direkt zuhause ausgedruckt werden können. Dazu werden jetzt noch Zahlmöglichkeiten im Internet per Kreditkarte und Pay-Pal-Verfahren auf den Weg gebracht. Am Donnerstag berät die Politik in nichtöffentlicher Sitzung des Kulturausschusses (17 Uhr, Stadthalle) über den gestiegenen Zuschussbedarf der Kulturräume für das vergangene Jahr. Im Haushaltsplan für das laufende Jahr hat Andreas Kimpel den Zuschussbedarf für die Kulturräume bereits jetzt mit 3,9 Millionen Euro beziffert.

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