Kulturräume sichten Bewerbungen
Restaurant ohne Zukunft? Für manchen Bewerber kommt die Bandbreite vom Catering für Großveranstaltungen bis hin zu gehobener Gastronomie einem Spagat gleich. Wie das Paket am Ende aussehen wird, ist derzeit völlig offen.  Bilder: Dinkels

Und mit der Küche und der Sanierung der Stadthalle stehen auch buchstäblich Baustellen an. Bis zu den Sommerferien will Geschäftsführer Andreas Kimpel Klarheit haben, wie es weitergeht.

Bei alledem ist Interesse an den Kultureinrichtungen vorhanden. Die Zahl der Bewerbungen sei in beiden Fällen zweistellig, sagte Kimpel am Mittwoch der „Glocke“: bei der Klein-Stelle deutlich, bei der Gastronomie in niederen Bereich. Zahlen nannte Kimpel nicht, da er „keine Wasserstandsmeldungen“ verbreiten wolle. Jetzt gehe es darum, die Bewerbungen zu sichten, zu ordnen und zu werten.

Die Gastronomie der Kulturräume mit einem Umsatzvolumen von mehr als 1,5 Millionen Euro war Anfang März ausgeschrieben worden, nachdem Pächter Olaf Sieweke seinen Rückzug erklärt hatte. Die Laufzeit soll laut Anzeige zunächst bis zum 31. Juli 2015 befristet sein. Erhoben wird eine Mischpacht, die sich aus einem Mindestbetrag und einem Umsatzanteil zusammensetzt. Die Ausschreibung läuft über die Firma Syndicus Management in Hagen.

Ziel ist es laut Kimpel, einen Pächter zu finden, der sowohl das Catering für Stadthallen-Veranstaltungen und die Skylobby im Theater übernimmt als auch das Restaurant. Kimpel sagte, es lägen auch Bewerbungen vor, die sich nur auf Teile des Pakets richteten. Es könne am Ende auch eine Lösung ohne Restaurant herauskommen - was aber nicht gewünscht sei.

In Branchenkreisen heißt es, die Bandbreite vom Catering für Großveranstaltungen bis zum hochwertigen Restaurant sei eine anspruchsvolle, für manchen zu anspruchsvolle Aufgabe. Dass sich aber zwei Köche die Küche teilen, ist eher nicht zu erwarten.

Die Politik will Kimpel rechtzeitig über das Ergebnis des Bewerberverfahrens samt Eckdaten informieren. Die Entscheidung treffe die Geschäftsführung. Zum 20. Juli scheidet Sieweke aus, bis dahin muss eine Lösung gefunden sein. Geht es nach Kimpel, würde dann sofort die Küche saniert. Die Mittel dafür sind jedoch mit einem Sperrvermerk der Politik versehen, der Kulturausschuss soll darüber noch beraten. Am 23. April beschäftigt sich der Fachausschuss auch mit der Studie des Karlsruher Beratungsunternehmens Symbios zur Ausrichtung der Stadthalle. Sie soll bis dahin vorliegen.

Der Nachfolger für Klein soll die Stelle zum 1. März nächsten Jahres antreten. Die Entscheidung über die Einstellung sei am Ende Sache von Bürgermeisterin Maria Unger, sagte Kimpel.

Hintergrund

Die Geschäftsführung will den Pächterwechsel in der Stadthalle nutzen, um die Küche zu erneuern. Bei einem vollständigen Ersatz der Geräte und einer Bodensanierung kommt sie auf Kosten von bis zu 750 000 Euro. Im Finanzausschuss wurde die Notwendigkeit angezweifelt und der Posten mit einem Sperrvermerk versehen. Der Kulturausschuss soll die Debatte führen. Die Ausstattung der Küche ist abhängig von der künftigen Nutzung und den Bedürfnissen des neuen Pächters. Er soll mit ins Boot geholt werden.

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