Lage bei Kolpingzentren angespannt
Bild: Dünhölter
Das Kolping-Berufsförderungszentrum an der Osningstraße in Spexard ist die größte Einrichtung der Kolping-Bildungszentren Ostwestfalen gGmbH.
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Andernfalls müsse man „eine Insolvenz in Betracht ziehen“, sagte Keuthen am Montag der „Glocke“.

Zu dem katholischen Bildungsträger zählen das Berufsförderungszentrum Paderborn/Höxter sowie das Berufsförderungszentrum an der Osningstraße und das Berufliche Trainingszentrum an der Münsterstraße in Gütersloh. In Gütersloh arbeitet mehr als die Hälfte der Mitarbeiter, die meisten an der Osningstraße. Nicht betroffen sind die Kolpingakademie für Altenpflege und die Erwachsenenbildung, die beide nicht dazugehören.

Ein ehemaliges Betriebsratsmitglied habe vor dem Arbeitsgericht Bielefeld die Bezahlung nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TÖvD) eingeklagt und am 26. Januar Recht bekommen, berichtete Keuthen. Das Urteil gelte es bis zum 27. Februar umzusetzen. Betroffen seien 68 langjährige Mitarbeiter. 27 Beschäftigte hätten einen Überleitungsvertrag in den Haustarif unterzeichnet. Die übrigen Mitarbeiter seien nach 2005 hinzugestoßen und würden bereits nach den Haustarif bezahlt.

Keuthen spricht von Mehrkosten in Höhe von 650 000 Euro pro Jahr. „Das bekommen wir finanziell nicht dargestellt“, sagte der Geschäftsführer. Der Bildungsträger kämpfe ohnehin mit einem strukturellen Defizit. Andere Anbieter hätten bei Ausschreibungen wegen geringerer Personalkosten einen Vorteil. Ohne eine Einigung könne die Insolvenz drohen. Der Haustarif liege im Schnitt um 20 Prozent unter dem TVöD. Der Betriebsrat wurde vorige Woche informiert. In dieser Woche laufen Gespräche mit den Beschäftigten. Es sei eine schwierige Situation, sagte Keuthen.

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