Landwirt serviert Bienen ein buntes Büfett
Bild: Frielinghaus
Momentan sieht der Acker, den Heinrich (links) und Heiner Wulfhorst zur Blumenwiese umfunktionieren wollen, noch karg aus. Das soll sich Anfang Mai ändern. Dann soll die Saat ausgebracht werden.
Bild: Frielinghaus

Der Landwirt und sein Sohn Heiner (34) wollen dort ein Bienen-Büfett anlegen. Soll heißen: Im Mai wollen sie eine Blumenwiese säen, um ihren Beitrag zum Schutz von Insekten und insbesondere der Wildbiene zu leisten. Jeder kann mitmachen.

Über ein Crowdfunding-Portal sammeln die Wulfhorsts noch bis Sonntag, 31. März, 23.59 Uhr, Unterstützer für die Realisierung ihres Projekts. Danach wird die Aktion gestoppt. Denn Anfang April will der 68-Jährige seinen Flächenantrag ausfüllen, auf dem er ausweisen muss, welche Feldfrüchte auf welchem Acker stehen.

Für jeden Euro, den Spender überweisen, wird ein Quadratmeter Land besät, erklärt der Landwirt. Den Preis haben die Wulfhorsts so niedrig wie möglich angesetzt. „Wir wollen uns an der Aktion nicht bereichern“, betont Sohn Heiner, der als Informatiker arbeitet. Die Summe pro Quadratmeter sei so kalkuliert, dass am Ende alle Kosten gedeckt seien – also für das Saatgut, den Arbeitsaufwand sowie für Steuern und die Nutzung der Crowdfunding-Plattform. Ein wichtiges Stichwort in diesem Zusammenhang ist auch der Ernteausfall, den der Landwirt durch das Bereitstellen der Flächen hat. Denn die Blumenwiese bringt keinen Ertrag – dafür aber ein gutes Gefühl und Freude.

Schräg gegenüber vom Hof befindet sich eine mögliche Fläche.

Natur soll nicht betuppt werden

„Normalerweise hätte ich auf den ausgewählten Flächen Mais gelegt. Das würde der Fruchtfolge entsprechen“, sagt Heinrich Wulfhorst. Theoretisch stehen dem Landwirt für diese Zwecke mehrere Äcker mit insgesamt neun Hektar, also 90.000 Quadratmetern, zur Verfügung. Je nachdem wie viel Geld zusammenkommt, sollen auf diesen ab Mai entweder Blumen oder Mais wachsen. Beides wird in knapp einem Monat gepflanzt. Seine übrigen Felder hat der 68-Jährige längst mit Weizen oder Gerste bestellt.

Fest steht: Wenn eine der noch freien Ackerflächen annähernd finanziell abgedeckt ist, wird sie auch komplett zur Blumenwiese. Das zahlen die Wulfhorsts dann aus eigener Tasche. Erstens sollen keine Flickenteppiche entstehen. Und zweitens „wollen wir die Natur nicht betuppen“, betont Heiner Wulfhorst. Bisher waren zwei Felder als Bienen-Büfett vorgesehen. Eins ist 3800 Quadratmeter groß, das andere 8142 Quadratmeter. 16.870 Euro (Stand: Donnerstag, 18 Uhr) sind schon zusammengekommen.

Damit ist das Fundingziel schon eine Woche vor Ablauf der Aktion erreicht – und die Summe wächst kontinuierlich weiter. Entweder wird nun eine dritte Fläche zum Bienen-Büfett oder das Vater-Sohn-Gespann sucht eine zusammenhängende oder mehrere größere Flächen aus.

Keine leichte Wahl

„Wir sind überwältigt von der Spendenbereitschaft. Die Resonanz ist bombastisch“, sagt Heiner Wulfhorst. 573 Personen (Stand: Donnerstag, 18 Uhr)unterstützen das Projekt mittlerweile. Damit hatte keiner von beiden gerechnet. Die Geldbeträge variieren. Die höchste Summe habe eine Frau mit einer Spende über 200 Euro beigesteuert. „Das ist schon ein großer Vertrauensbeweis, einer wildfremden Person so viel Geld zu überweisen“, findet der Informatiker. Er kann sich vorstellen, die Aktion im kommenden Jahr zu wiederholen.

Säen wollen die Wulfhorsts aber diesmal zunächst eine einjährige Blumenmischung mit heimischen Pflanzen wie zum Beispiel Sonnenblumen und Klee. „Wildbienen sind wählerisch. Sie fressen nur das, was sie kennen“, erklärt Sohn Heiner. Und nicht nur deswegen schauen die beiden Männer ganz genau hin bei der Auswahl der Saatmischung.

Entscheidend ist auch der auf den Flächen vorhandene Sandboden. Darauf sprießen nicht alle Gewächse gut, erklärt Vater Heinrich. Zudem soll von Mai bis Oktober immer etwas blühen. Unterstützung erhält der Landwirt, der von einem Fernsehbericht inspiriert wurde, bei der Auswahl der Blumenmischung vom Landhandel und der Biologischen Station.

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