Lang Lang gibt sich in Gütersloh die Ehre
Bild: Steinecke
Allein auf der Bühne: Lang Lang, der am Montag erst spät aus Stuttgart in Gütersloh eingetroffen war, beehrte das Publikum am Dienstag in der Kreisstadt mit seinem Gastspiel im Theater.
Bild: Steinecke

Eine Projektion im Eingangsbereich des Theaters stimmte die Kulturfreunde auf den chinesischen Pianisten ein. Das Haus selbst war dezent mit Blick auf die Reihe „Vier Jahreszeiten“ dekoriert. Ansonsten wurde auf größeres Brimborium verzichtet. Auch die Bühne war schlicht schwarz gehalten mit wenigen Deko-Elementen und illuminiert. Nichts sollte vom Künstler und dem Steinway-Flügel ablenken. Besondere Sicherheitsvorkehrungen wie etwa beim Besuch von Polit-Prominenz waren – außer im Bereich hinter der Bühne (backstage) – nicht notwendig.

Für viele wie zum Beispiel Karin Miele ging an diesem Abend ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Sie ist bekennender Lang-Lang-Fan und hatte „Herzklopfen“, wie sie freimütig einräumte.

Thorsten Terlohr (47), der mit seiner Frau Anabel Casado in Gütersloh lebt, fand es „superspannend“, den Künstler, der sonst nur in größeren Häusern spiele, in dieser besonderen Atmosphäre zu erleben. 2008 hatte er ihn bereits im Olympiastadion von Beijing gesehen – als Punkt in weiter Ferne.

Auf ein „Highlight in Gütersloh“ freuten sich auch Horst Lukas, gerade 50 geworden, und Anja Schnitker. Sie kannten Lang Lang bisher nur aus dem Fernsehen, hatten Glück bei der Verlosung und fanden es faszinierend, dass er auch in ein so kleines Haus komme.

Wegen der Einmaligkeit des Kulturgenusses hatten die Veranstalter zu einer ebenfalls einmaligen Verfahrensweise für die Kartenvergabe gegriffen. 380 Tickets der insgesamt 530 Plätze wurden zu einem subventionierten, aber immer noch stattlichen Preis verlost. Es gab maximal zwei pro Einsender. Insgesamt hatten sich 900 Bewerber um 1700 Karten bemüht. Die Gewinner wurden unter notarieller Aufsicht gezogen. Die übrigen Karten, die nicht in die Verlosung gingen, blieben den Sponsoren und dem Künstler selbst vorbehalten.

Was das Konzert unter dem Strich gekostet hat, bleibt wohl das Geheimnis der Sponsoren und Veranstalter. Karin Miele kündigte auf der Bühne an, sich für künftige Veranstaltungen wieder bei den Sponsoren melden zu wollen . . .

So saß ein musikinteressiertes, aber ansonsten bunt zusammengewürfeltes Publikum in den Reihen. Unter den Gästen weilten die Familien Mohn, Miele und Zinkann sowie eine Reihe von weiteren Unternehmern aus der Region, darunter Werner Stickling (Nobilia), Manager, Geschäftsführer, Ärzte und Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben. So betrachtet war der Konzertabend auch ein gesellschaftliches Ereignis ersten Ranges.

Der Megastar selbst hatte sich unterdessen vor seinem Auftritt Ruhe ausbedungen. Außer beim Soundcheck war er vor dem Konzert für niemanden zu sprechen.

Einen weiteren ausführlichen Konzertbericht lesen Sie am Donnerstag in der „Glocke“.

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