Langenachtderkunst: Eldorado für Flaneure
Bild: Poetter
Farbenfrohes Intermezzo: Juliane Iseler nutzte als Besucherin die Mitmachaktionen im Haus der Klangfarben an der Hohenzollernstraße.
Bild: Poetter

26 Stationen, die zwischen 19 und 24 Uhr angesteuert werden konnten: ein Eldorado für Flaneure und Nachtschwärmer. Schade nur, dass Petrus beim Auftakt auf dem Berliner Platz kein Herz für die jungen Akteure von „Danceair“ hatte. Egal: Mit flott serviertem Hip-Hop und Streetdance trotzten die 22 Jugendlichen, die erst kürzlich das Tanzen gelernt hatten, dem Nieselregen.

Mit Ironie gegen Gewalt

Ein Licht für Gütersloh haben die Ausstellungsmacher des Kreiskunstvereins mit der multimedialen Installation von Dragan Lovrinovic angezündet. Der in Bosnien geborene und in Gütersloh aufgewachsene Künstler sieht sich als Sachensucher und -finder. Diesen „objects trouvés“, die aus ihren ursprünglichen Kontexten gelöst sind, verpasst der Künstler durch minimale Eingriffe und gezielte Verfremdung neue Identitäten. Ein raumfüllender Panzer mit einem Minarett als Kanone, die fünf apokalyptischen Reiter auf einem Esel – mit George W. Bush als Frontmann: Mit bitterer Ironie lehnt sich Lovrinovic gegen Gewalt und tägliche Absurditäten auf.

Mitmachen ist angesagt

Entspannter geht es in den Räumen der Bürgerstiftung zu. Unter der Leitung von Birthe Stumpenhausen – die Künstlerin ist mit eigenen Arbeiten vertreten – entsteht wieder ein gemeinschaftliches Bild. „Wer möchte, darf mitmachen“, animiert Stumpenhausen die Besucher. Interaktion ist auch im Stadtmuseum angesagt. Dort greifen Malschülerinnen von Doris Papenbreer zum Pinsel und zeigen den Besuchern, was geht.

Mehr zu den Stationen lesen Sie in der gedruckten Ausgabe der „Glocke“ vom 18. Mai 2015

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