„Laub gehört dem, bei dem es hinfällt“
Bild: Scheffler
Einsatz: Ulrich Zurlinden (links, stellvertretender Leiter des Fachbereichs Stadtreinigung) und sein Mitarbeiter Frank Wichmann im großen Kehrwagen hatten am Brockweg keine Probleme, wissen aber, was in den kommenden Wochen auf sie zukommt.
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 „Aber wo wir nicht kehren, müssen Grundstücksbesitzer selbst tätig werden“, sagt der stellvertretende Fachbereichsleiter Ulrich Zurlinden. Vom 600 Kilometer langen Straßennetz in Gütersloh und den Radwegen auf einer Länge von 200 Kilometern reinigt die Stadt nur ein Drittel – nämlich dort, wo am meisten Verkehr fließt. In diesen Bereichen zahlen die Anlieger auch eine Gebühr für die Reinigung. Kein Geld wird fällig, wo die Hauseigentümer selbst mit dem Besen vor die Tür gehen sollten. Sie sind verpflichtet, den Bürgersteig von Laub und Schmutz – im Winter von Schnee und Eis – zu befreien. Im Übrigen gelte, so Zurlinden: „Das Laub gehört dem, bei dem es hinfällt.“

Aus der Not eine Tugend machen und Blätter kompostieren

Auch die Fahrbahnränder sind kein Niemandsland. Für sie gebe es ebenfalls eine Kehrpflicht, so der Experte von der Goethestraße. „Das wissen viele Bürger nicht.“ Auf keinen Fall sollte Laub im Rinnstein entsorgt werden, denn das verstopfe die großen Kehrmaschinen. Außerdem seien Bordsteine zum Teil nicht mehr zu erkennen, so dass Seitenbesen der Fahrzeuge beschädigt würden. Und was passiert, wenn Laub wochenlang liegenbleibt, weil sich niemand darum kümmert? Zurlinden: „Dann erhalten die Hausbesitzer von uns eine Informationspostkarte.“ Außerdem gibt er zu bedenken, dass Laub nicht automatisch entsorgt werden müsse, sondern aus der Not eine Tugend gemacht werden könne: „Man kann es auch kompostieren.“

Laubsäcke gibt es bei der Stadt

Kreisstraßen fallen innerhalb der geschlossenen Ortschaft ebenfalls in den Zuständigkeitsbereich der Stadtreinigung. Mit fünf bis sechs Mann sowie drei großen (Fassungsvermögen 6,5 Kubikmeter) und drei kleinen Kehrmaschinen (1,5 bis 2 Kubikmeter) wird das Laub eingesammelt und auf dem dafür vorgesehenen Platz am Fohlenkamp neben dem Knisterbach abgeladen. Das gilt für die mit Schmutz und Abfall verunreinigte Menge. Das „reine Laub“ gelangt zum Kompostwerk, wo es weiterverarbeitet wird. Für die private Entsorgung gibt es in den nächsten Wochen verschiedene kostenlose Aktionen der Stadt. Spezielle Laubsäcke – maximal drei Stück pro Interessent und nur für die Blätter von städtischen Bäumen – sind am Bauhof an der Goethestraße erhältlich. Sie werden ab Montag, 3. November, abgeholt.

Säuberungspflicht auch auf den Friedhöfen

Heruntergefallenes Laub hält jetzt auch die Friedhofsgärtner auf Trab. Mit großen benzinbetriebenen Laubsaugern und speziellen Anbaugeräten an Minikippern befreien die Friedhofsgärtner Blätter von Gräbern und Wegen. Nutzungsberechtigte, die niemanden mit der Pflege der Grabstelle beauftragt haben, „sind verpflichtet, selbst die Säuberung vorzunehmen“, sagt Gärtnermeister Dietmar Gerbaulet von der Friedhofsverwaltung der Evangelischen Kirchengemeinde, zuständig für den neuen und alten Stadtfriedhof sowie einen Teil des Johannesfriedhofs. Falls jemand das Laub auf dem Grab über einen längeren Zeitraum nicht beseitige, gebe es im Frühjahr Post von der Verwaltung mit der entsprechenden Aufforderung, so Gerbaulet. Er und sein 14-köpfiges Team (mit Verwaltung) haben zunächst den Totensonntag am 23. November im Blick. Bis dahin gilt es, möglichst viel Laub abzuräumen. Gesammelt und kompostiert wird das Naturprodukt auf dem Johannesfriedhof. So gelangt es als Dünger auf Gräbern und anderen Flächen wieder in den natürlichen Kreislauf.

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