Lebensmittel-Ausgabe ist Vertrauenssache
Bild: Fox
Mit einem Strauß Blumen ehrte am Mittwoch Liane Hiersemann (links) Hendrika Santjer, das 500. Vereinsmitglied der Gütersloher Tafel. 
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Dazu besuchte sie gemeinsam mit dem Geschäftsführer Hans-Jürgen Trendelkamp die 63-jährige ehrenamtliche Mitarbeiterin an ihrem Einsatzort: die Ausgabestelle in der Heilig-Geist-Gemeinde an der Thomas-Morus-Straße. Dort engagiert sich Hendrika Santjer seit März für die Tafel. Sie ist eine von insgesamt 540 ehrenamtlichen Mitarbeitern. „Ich möchte ein großes Dankeschön sagen“, betonte Trendelkamp. „Die Ehrenamtlichen sind das Rückgrat der Gütersloher Tafel.“ Sie sorgten in unterschiedlichen Funktionen dafür, dass im Kreis Gütersloh bis zu 4000 bedürftige Personen mit Lebensmitteln versorgt werden. Hendrika Santjer ist zum Beispiel für die Ausgabe zuständig. Jeden Mittwoch verteilt die pensionierte Versicherungskauffrau Obst, Fleisch und Gemüse.´

Offenes Ohr für Probleme

Doch nicht nur das. Sie hat auch ein offenes Ohr für die Probleme der Menschen. „Ich versuche jedes Mal, ein bis zwei Leute anzusprechen“, sagt die gebürtige Niederländerin. Und schon nach ihrer kurzen Zeit der Mitarbeit kennt sie einige Tafelbesucher persönlich. Damit keine Lebensmittel weggeworfen werden müssen, achten die Mitarbeiter darauf, dass die Produkte nach Größe der Haushalte und nach den Bedürfnissen aufgeteilt werden. „Wir achten darauf, wem wir was zuteilen“, erklärt Santjer. So erhalten zum Beispiel Moslems statt Schweinefleisch Geflügel. „Ich gebe auch Tipps zum Kochen“, sagt Hendrika Santjer. Erst kürzlich habe sie Auskünfte erteilt, wie Fenchel zu verarbeiten sei. Der 63-Jährigen ist anzumerken, dass sie Spaß an ihrer Aufgabe hat und gern mit Menschen arbeitet. „Das habe ich mein ganzes Berufsleben gemacht“, sagt sie. Zudem habe sie sich auch privat im Verein als Übungsleiterin engagiert. „Es geht um Vertrauen“, erklärt Vorsitzende Hiersemann. Sie schätzt das Engagement des frischgebackenen 500. Vereinsmitglieds. „Sie hat die Kraft, auch noch die Probleme anderer zu tragen“, sagt sie und klopft Hendrika Santjer anerkennend auf die Schulter.

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