Märchenhaft schöne „Zauberflöte“
Szenenbild aus der Inszenierung der „Zauberflöte“.

In der Produktion des Landestheaters Detmold, die am Montag im Gütersloher Theater zu sehen gewesen ist, war von allem etwas dabei. Besonderes Augenmerk galt den drei Knaben: Jannis Maaskerstingjost, Simon Borkowski und Carl Luis Lange vom Gütersloher Knabenchor brillierten in der Detmolder „Zauberflöte“ nicht nur mit perfektem Gesang, sie ließen auch deutlich ihren Spaß am Spiel erkennen. Dafür und für die Tatsache, dass man ihnen den Einkauf dieser Sonderveranstaltung überhaupt zu verdanken hatte, sahnten die Jungs verdienten stürmischen Beifall ab. Kann Oper unterhaltsamer sein?

Wie auch immer: Angereichert durch eine Spur Provokation und eine Prise Rätselhaftigkeit wurde die Aufführung am Montag als rundum spannender, berührender, erheiternder Opernabend im ausverkauften Gütersloher Theater minutenlang frenetisch gefeiert. Regisseur Hinrich Horsthotte hatte den Opernklassiker von den Kletten der Aufführungstradition und ideologischem Ballast befreit. Für jede inhaltliche Facette der „Zauberflöte“ fand er einen überzeugenden Zugang. Er blieb zwar ganz im Märchenhaften, wollte das Stück aber nicht gegen den Strich bürsten. Doch der Schwarz-Weiß-Kontrast, den Horsthotte in den entsprechend geschminkten Darstellern, den wunderbaren Kostümen und dem strengen, aber fantasievoll gestalteten Bühnenbild anlegte, war nicht so eindeutig, wie es zunächst schien. Die Königin der Nacht etwa – kaum ihrer Tochter Pamina beraubt und nicht nur deshalb rachsüchtig – wirkte mit ihrem Schachbrettgesicht fast als gespaltene Persönlichkeit.

Gesungen wurde in dieser „Zauberflöte“ ausnahmslos gut. Markus Francke stattete den blondperückten Legolas-Tamino mit leichtem, aber ausdrucksstarkem Tenor aus. Catalina Bertucci gab ihre Pamina mit einer Expressivität, die den Atem stocken ließ. So statuarisch, wie Il Hong den Sarastro spielte, so samtig-weich klang sein Bass.

Hinreißend gelangen Mandy Fredrich als Königin der Nacht die sternenflammenden Koloraturen ihrer Rache-Arie. Esther Mertel als Papagena und Patrick Busert als Monostatos gaben beide prägnante Charakterstudien ab. Mit kernigem Bass und viel Spielwitz mauserte sich Bryan Boyce schließlich als Papageno zum Publikumsliebling. Der Chor und das spritzig aufspielende Orchester des Landestheaters Detmold leisteten unter Generalmusikdirektor Erich Wächter Begeisterndes.

Die komplette Kritik lesen Sie in der Mittwochsausgabe der Gütersloher „Glocke“

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