Maik Schulte regiert die St.-Sebastianus-Schützen
Auf den Schultern der Kameraden ins Zelt: Maik Schulte regiert als neuer König die Schützenbruderschaft St. Sebastianus Avenwedde. Bild: Steinecke

 „Ich bin jetzt selbst etwas überrascht“, sagte er anschließend. Beim Anlegen hatte er noch nicht mit dem zügigen Ende gerechnet. Zusammen mit Andre Reckendres, Stefan Sunder und Uwe Buschsieweke war er angetreten, um die Königswürde zu erlangen. Dabei hatte sich besonders Buschsieweke zunächst als der heißeste Thronanwärter erwiesen. Andre Sunder war mit leichtem Handicap unterwegs. Er hätte zwar sein 25-jähriges Vereinsjubiläum als König begangen. Da seine Schwiegereltern das jedoch gern mitgefeiert hätten, fehlte es am entscheidenden Fünkchen Treffsicherheit. Die Familie könnte jetzt nicht dabei sein. Bevor es in die entscheidende Endrunde ging, hatten die Avenwedder für gut eine Stunde das Feuer eingestellt. „Wer jetzt schießt, der will auch wirklich“, betonte der gelernte Bildhauer Wolfgang Stiens, der den Adler seit mehr als 20 Jahren traditionell anfertigt. Um 13 Uhr blickte er auf den arg zerzausten Vogel. Der hatte bereits um 12 Uhr auf „halb acht“ gehangen und jetzt wurde die Auszeit zur Meinungsfindung genutzt. „Das ist jedes Jahr immer spannend“, sagte der Alt-König Dirk Wilken in der letzten Stunde seiner Regentschaft lachend. Als sich der Avenwedder Vogel sich schließlich in seine ramponierten Einzelteile auflöste, schlug der neue König Maik Schulte zunächst ungläubig die Hände vors Gesicht. Dann nahm er die zahlreichen Glückwunsche entgegenzunehmen und informierte seine Königin Marion Buschmann. Zusammen mit der 36-jährigen Erzieherin wird der 40-jährige Dentaltechniker, der seit mehr als 20 Jahren im Verein ist, nun die Avenwedder Schützenbruderschaft durch das Jahr führen. Abwechslungsreich war die erste Avenwedder Schlagernacht am Sonntagabend gewesen. Im Zelt badete Anna-Maria Zimmermann die 700 Zuschauern mit Liedern wie „1000 Träume weit“ vom Start weg in einem Meer aus Gute-Laune-Liedern. Für Zimmermann war es ein Heimspiel. Bereits als Elfjährige hatte sie auf dem Hof Westerfelhaus ihr Stelldichein gegeben. Getreu dem Motto: „Das Ende eines Auftritts ist der Anfang des nächsten Auftritts“, übergab sie ihr Mikrofon an Sylvia Martens, den neuen Star am Schlagerhimmel.

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