Markt verkraftet freie Britenwohnungen
Bild: Bojak
Der Immobilienmarkt wird die Wohnungen der Britischen Streitkräfte verkraften, sind Ansgar Stahl (links) und Rüdiger Kramer, Geschäftsführer der SKW, sicher.
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Vor allem, weil die Standortverlegung nach und nach vollzogen wird. „Zurzeit sind im Kreis Gütersloh 1400 Wohneinheiten von Mitgliedern der britischen Armee bewohnt“, erläutert Rüdiger Kramer, Bankfachwirt und Sachverständiger für die Bewertung von bebauten und unbebauten Grundstücken. Die Standorte der Immobilien sind in Gütersloh, Harsewinkel und Marienfeld. „Wir gehen davon aus, dass zehn Prozent der Armeeangehörigen im Kreis bleiben werden“, ergänzte Kramer.

Qualität ist ausschlaggebend

Rund 1260 Wohneinheiten stehen also ab 2016 nach und nach zum Verkauf und zur Vermietung. Von der Anzahl her dürften die Immobilien gut vom Markt aufgenommen werden, betonte Kramer. „In einzelnen Ortsteilen kann sich der Abzug der Briten jedoch auf die Qualität des Wohnquartiers auswirken“, sagte Ansgar Stahl, Architekt und Sachverständiger für Grundstücke, für Mieten und Pachten. Als Beispiel führten die Experten die qualitativ eher einfachen Soldatenwohnungen in Blankenhagen an. Die Sozialstruktur in diesem Ortsteil sei eher schwach. Für die Stadt Gütersloh entstehe damit eine große städtebauliche Herausforderung. „Es gibt einen fleischverarbeitenden Betrieb, der in den Wohnungen sicher gern seine Arbeiter unterbringen würde“, sagte Kramer, ohne Namen nennen zu wollen. Das wäre fatal für Blankenhagen. Die Stadtverwaltung beschäftige sich jedoch schon seit längerer Zeit intensiv damit, Ortsteile attraktiver zu gestalten, betonten die SKW-Geschäftsführer.

Mietverträge bis 2026

Andere Objekte die noch von den Briten bewohnt werden, wie zum Beispiel die Offiziershäuser im Bereich an der Englischen Straße und der Bernhardstraße, würden dagegen sicher sehr schnell kaufkräftige Interessenten finden. Für die Wohnungen die von britischen Streitkräften genutzt werden, gelten teilweise Mietverträge bis 2026. Das sei ein weiterer Grund dafür, dass nicht zu befürchten sei, dass der Immobilienmarkt plötzlich von einer großen Menge an freiem Wohnraum überschwemmt werde, erklären die SKW-Experten.

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