Marlene J. Riesener erhält Winkler-Preis
Bild: Poetter
Aus den Händen von Sparkassen-Vorstand Kay Klingsieck erhielt die 78-jährige Künstlerin Marlene J. Riesener den Woldemar-Winkler-Preis.
Bild: Poetter

Vor sechs Jahren ging der Preis an Rieseners Tochter, die Malerin Nikola Jaensch. Über den Förderpreis (1500 Euro) freute sich Elizabeth Weckes aus Frechen.

Es sei ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den beiden Preisträgerinnen gewesen, verriet Jury-Mitglied Christoph Winker bei der Feierstunde, die gleichzeitig Vernissage in der Galerie der Sparkasse Gütersloh-Rietberg war. Denn wenn sich das Preisgericht nicht einigen könne, so werde – laut Satzung – der ältere Künstler gewählt und dann für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Die Liebe zur Kunst liege wohl in ihrer Familie, sagte die 78-jährige Preisträgerin und wartete gut gelaunt mit einem prominenten Vorfahren auf: Johann Heinrich Riesener. Der deutsche Möbelkünstler war im 18. Jahrhundert am Hofe Ludwigs XV. in Paris tätig. „Die Stiftung zeichnet Kunstschaffende aus, die im Sinne von Woldemar Winkler arbeiten“, betonte Sparkassen-Vorstand Kay Klingsieck in seiner Begrüßung. Der Preis sei allerdings nur eine Facette der Stiftungsaktivitäten, verwies er auf diverse Ausstellungen und das Projekt „Molino“, mit dem die Stiftung Kunststudenten fördert. Hinzu komme aktuell eine umfassende Werkschau mit 130 Arbeiten von Woldemar Winkler im Panorama-Museum im thüringischen Bad Frankenhausen, die demnächst eröffnet wird. „Mit Woldemar Winkler spielen wir in der ersten Liga“, hieß es.

Während Christoph Winkler in seiner Laudatio das Werk von Marlene J. Riesener würdigte: „Die Malerin schöpft aus ihrem reichen Seelenleben und bringt Gedanken, Gefühle und Träume auf den Malgrund“, und ihre in altmeisterlicher Technik (Eitempera auf Faserplatte) gemalten Arbeiten als „lyrische Bildpoetik und moderne Ikonen“ bezeichnete, ging Kunsthistorikerin Christiane Hoffmann in ihrem launig servierten Statement auf die Bildsprache im Werk von Elizabeth Weckes ein. Wie ihr Vorbild Max Ernst liefere auch Weckes „Farben und Motive, die uns anspringen“, erklärte Hoffmann. Und: „Wir sind schnell drin in diesen Bildern“. In der aktuellen Werkgruppe („Das goldene Kalb“) beschäftige sich Weckes mit Fragen des Jetzt und der Zukunft. In ihrer Malerei gebe es trotz der farbigen Strahl-kraft alptraumhafte Elemente, erklärte die Kunsthistorikern mit Blick auf Berge von verschrotteten Autos auf der Leinwand. Der Mensch als Figur fehle. Dafür würden Flora und Fauna thematisch dominieren – als wäre der Mensch schon in der Kaffeepause.

Winkler-Stiftung bleibt erhalten

Spannend war auch die Talkrunde zur Winkler-Preis-Verleihung, die in dieser Form zum zweiten Mal über die Bühne ging. Moderiert von Sparkassen-Vorstand Ulrich Kniesel, ging es nicht nur um die künstlerischen Lebenswege der beiden Preisträgerinnen und die Frage, wie sie zur Kunst gekommen seien, sondern auch um die Zukunft der Woldemar-Winkler-Stiftung.

„Wie sieht es mit dem Preisgeld aus?“, wandte sich Kniesel angesichts niedriger Zinsen an seinen Vorstandskollegen. Dessen Antwort war beruhigend. Kay Klingsieck sprach nicht nur von Einnahmen, die optimiert würden, und einer verstärkten Fokussierung auf regionale Ausstellungen sowie einem gut durchkalkulierten Fünfjahresplan. Er bekräftigte auch: „Der Preis wird bestehen bleiben“ und versprach, auch in Zukunft ein spannendes, vielfältiges Programm auf die Beine zu stellen.

SOCIAL BOOKMARKS