Max Herre begeistert auf dem Dreiecksplatz
Bild: Dinkels
Als Überraschungsgast riss der Sänger und Produzent Max Herre die Gäste auf dem Dreiecksplatz von den ohnehin überfüllten Bänken. Er trat  mit dem Quartett Web Web auf, hier mit Band-Leader Roberto di Gioia am Klavier.
Bild: Dinkels

Die am Vormittag bekanntgegebene Personalie hat die Zugkraft des Festivals am zweiten Tag noch einmal erhöht. Der Dreiecksplatz war – wenig überraschend – wieder bis in den letzten Winkel gefüllt, die Stimmung prächtig, obwohl zuvor dunkle Wolken aufgezogen waren. Aber wenn es Gewitter gab, dann machten sie einen großen Bogen um die Kreisstadt.

Neues Album: „Athen“

Max Herre also: Bekannt geworden mit der Band Freundeskreis („A-N-N-A“), wurde der Sänger und Produzent 2014 für die „MTV Unplugged Kahedi Radio Show“ mit dem Echo als Hip-Hop-Künstler des Jahres ausgezeichnet. Am 8. November erscheint sein neues Album „Athen“, Ende nächste Woche die Single „Das Wenigste“ mit seiner Frau und Partnerin Joy Denalane. 

Am Dienstag sang er als Jubiläumsgast zur 20. Auflage der Woche an der Seite des Allstar-Quartetts Web Web seines langjährigen Co-Produzenten Roberto di Gioia. Bei den ersten Stücken noch ohne Herre erfuhren weniger affine Besucher, dass Jazz auch sperrig sein kein. Aber spätestens mit dem gefälligen und groovenden „Lass gehen“, oder präziser: „Gütersloh, lass gehen!“ geriet der Platz in Tanzlaune.

Vor Jahren schon habe man die Jazz-Stücke gemeinsam komponiert, berichtete Herre. Sie seien nur noch nicht erschienen. Das soll nun im nächsten Jahr geschehen. „Lass gehen“ taucht auch schon auf der Titelliste von „Athen“ auf. Die Fans auf dem Platz ließen es sich nicht zweimal sagen.

Versprechen gehalten

„Freude“ hatte Barbara Dennerlein den Besuchern im Vorfeld im Gespräch mit der „Glocke“ versprochen. Und dieses Versprechen löste die Organistin zusammen mit dem Schlagzeuger Wolfgang Haffner ein. Beide kennen sich seit Jugendtagen, haben aber seit Jahrzehnten nicht mehr zusammen gespielt. Eine Probe musste für den Auftritt in Gütersloh reichen. Und bei solchen Profis reicht das auch, sie sie kommunizieren im Spiel miteinander.

Wolfgang Haffner und Barbara Dennerlein spielten nach Jahrzehnten in Gütersloh zum ersten Mal wieder zusammen.
Die Idee zu dem gemeinsamen Auftritt hatte der Vorsitzende der Kulturgemeinschaft Dreiecksplatz und Gastgeber Hans-Hermann Strandt. Die Musiker hätten schon „so manche Sternstunde beigetragen“ zur Woche der kleinen Künste, sagte Strandt. „Wir haben uns so darüber gefreut“, bekannte Dennerlein. Sie habe ihren letzten Auftritt noch in bester Erinnerung und im Übrigen auch eine ganz besondere Beziehung zu Gütersloh. Als sie 1985 ihre eigene Plattenfirma gründete, übernahm Bertelsmann den Vertrieb.

Das Duo spielte Kompositionen der gebürtigen Münchnerin wie „Jimmy’s Walk“ (Jimmy Smith gewidmet), „A Summer Day“ (was zu den Temperaturen passte) und „Going Home“ (Dennerlein: „Bitte nicht wörtlich nehmen, schön hier sitzen bleiben“). Das tat das Publikum sehr entspannt. Und glaubte, zwischenzeitlich auch einen Bass auf der Bühne wahrzunehmen. Den spielte Dennerlein unvergleichlich auf den Pedalen mit ihren flinken Füßen.

Das Programm am Mittwoch

Am heutigen Mittwoch wird Chris Jagger (71) auf dem Dreiecksplatz erwartet. Bei dem Sänger und Gitarristen handelt es sich um den jüngeren Bruder von Mick Jagger (76, Rolling Stones). Die Besuche dürfen sich auf Rhythm & Blues freuen. Beginn: 20 Uhr. Anschließend um 21.30 Uhr entern Hannah Williams & The Affirmations die Bühne. Williams gilt als Diva des englischen Soul. Sie kommt mit eigenen und Coverstücken. 2012 landete sie mit „Work it out“ ihren ersten Hit.

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