Mehr Ordnung in der Fußgängerzone
Bild: Dinkels
Mannshoch türmen sich bisweilen die Waren vor den Geschäften wie hier an der Berliner Straße. Das ist einigen Gütersloher Kaufleuten ein Dorn im Auge.
Bild: Dinkels

Das ist in Gütersloh nicht anderes als in anderen Städten, wo vor allem Ketten das immergleiche Bild bieten. Die Mitglieder der Werbegemeinschaft, zumeist Gütersloher Kaufleute, stört das kräftig, weshalb die Erste Beigeordnete Christine Lang jetzt rigidere Vorschriften vorschlägt.

Konkret hat die Werbegemeinschaft laut Vorlage für den Umweltausschuss (7. April, 17 Uhr, Ratssaal) „die übermäßige Inanspruchnahme öffentlicher Verkehrsflächen in den Fußgängerzonen Berliner Straße, Berliner Platz, Königstraße, Kökerstraße und Kolbeplatz durch massive Werbeauslagen beklagt“. Stellenweise erfolgten Auslagen über die gesamte Gebäudefront bis zu einer Höhe von zwei Metern und mit einem Meter Tiefe. Mitunter geschehe das wenig ansprechend auf Paletten und in Kartons.

Tatsächlich räumt die Sondernutzungssatzung der Stadt für den öffentlichen Raum den Geschäften das Recht ein, bis zu einer Tiefe von einem Meter Waren vor dem Geschäft auf öffentlicher Fläche zu präsentieren. Weitere Beschränkungen gibt es nicht. Das soll sich nun ändern. „Die Fußgängerzonen dienen dem Aufenthalt der Menschen im unmittelbaren Innenstadtbereich. Hier stehen das Verweilen, das Bummeln und die Kommunikation der Menschen im Vordergrund“, heißt es in der von Lang gezeichneten Vorlage. „Voraussetzung ist eine attraktive Gestaltung des Aufenthaltsbereichs, der durch die massiven Warenauslagen und die Art der Präsentation nachhaltig beeinträchtigt wird.“

Daher soll in einer Nachtragssatzung festgelegt werden, dass ohne besondere Erlaubnis nur noch ein Drittel der Geschäftsfront bis zu einer Höhe von 1,50 Meter genutzt werden darf. Auf diese Weise soll eine zurückhaltendere und ansprechendere Präsentation erreicht werden. Die Sichtachsen und die Aufenthaltsqualität in der Fußgängerzone würden verbessert. Auch weiterhin sollen Ausnahmen zulässig sein. Sie müssen dann beantragt und begründet werden.

Die Stadt will sicher außerdem der Werbung annehmen, die in luftiger Höhe an Gebäuden angebracht ist und öffentliche Verkehrsflächen überragt. Das ist bisher ohne Erlaubnis möglich, wenn dies in einer Höhe von mindestens drei Metern erfolgt oder „als wesentlicher Bestandteil eines Gebäudes nicht mehr als 30 Zentimeter in den Straßenraum hineinragt.“

Diese Erlaubnisfreiheit soll nun aufgehoben und entsprechende Sondernutzungsgenehmigungen sollen gebührenpflichtig werden. Dauerhafte Anlagen sollen je angefangener Quadratmeter Ansichtsfläche jährlich 150 Euro kosten, für temporäre Anlagen sollen je Quadratmeter täglich 50 Cent fällig werden bei einer Mindestgebühr von 35 Euro.

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