Mehr als vier Kubikmeter Müll werden teuer
Mona Breulmann findet es schwierig, die Regeln für den Sperrmüll umzusetzen. Vor allem, weil andere Bürger gern etwas von ihren alten Möbeln zum Sperrmüllhaufen dazustellen. Dann kann es für den, der die Abfuhr bestellt hat, teuer werden.

Damit Sack und Pack vor dem Umzug ein bisschen reduziert werden, hat sie entschieden, sich von Bett, Schrank, Ecksofa und ein paar anderen Kleinigkeiten zu trennen. „Ich habe beim Fachbereich Stadtreinigung angerufen und gefragt, was ich tun muss, damit der Sperrmüll bei mir abgeholt wird“, erzählt sie. „Der Mitarbeiter war sehr freundlich“, fügt sie hinzu. Er habe ihr erklärt, dass die alten Möbel in der Regel innerhalb von zwei bis drei Wochen abgeholt werden könnten. 30 Euro muss die junge Frau dafür am Wertstoffhof an der Goethestraße zahlen. Sperrmüll in haushaltsüblicher Menge werde dafür abgeholt, heißt es auf der Informationsseite im Internet. Als Mona Breulmann fragt, wie viel das denn ungefähr sei, erhält sie die Auskunft: „Vier Kubikmeter.“

Nur eine Anerkennungsgebühr

 „Diese Regelung gilt seit Januar“, erklärt Matthias Maurer, Leiter des Fachbereichs Stadtreinigung. Die Angabe „haushaltsüblich“ sei nicht konkret genug gewesen, begründet er den Zusatz. „Wir wollen damit verhindern, dass die Leute auf einer Länge von 30 Metern ihren Hausrat auf die Straße stellen und erwarten, dass das einfach so von uns mitgenommen wird.“ Die 30 Euro seien nämlich nur eine Anerkennungsgebühr. Der Rest werde über die Müllgebühr verrechnet und damit von der Allgemeinheit gezahlt. Die wirklichen Kosten einer durchschnittlichen Sperrmüllabfuhr liegen nach Maurers Angaben bei rund 170 Euro. „Wer also wesentlich mehr an den Straßenrand stellt, soll sich einfach ein bisschen mehr an den Kosten beteiligen“, betont der Chef der Stadtreinigung. Rund 4300 mal pro Jahr rücken die Teams mit den großen Müllwagen aus.

Nachbarn stellen gern etwas dazu

Mona Breulmann ist am Montagmorgen auch sehr zufrieden mit der Arbeit der Stadtreinigungs-Mitarbeiter. „Die Männer waren heute Morgen pünktlich da und haben alles mitgenommen“, lobt sie. Genervt hat sie nur der Sonntagabend beziehungsweise die Sonntagnacht. Zusammen mit einem Freund hat sie nämlich ihre Möbel erst gegen 23 Uhr vor das Haus gestellt. „Es kommt ja immer mal jemand auf die Idee, noch aus dem eigenen Keller was dazuzustellen, wenn ein anderer die Sperrmüll-Abfuhr bestellt und bezahlt hat“, sagt sie schmunzelnd. Deshalb wollte sie ihre alten Möbel nicht zu früh und damit verführerisch am Straßenrand platzieren. „Darum sind wir dann nachts noch durchs Haus gerumpelt.“

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