Mentoren fördern Gütersloher Realschüler
Bild: Dinkels
Stellten das Projekt für die Realschüler vor: Ingrid Kramer, Vorstandsmitglied der Walter-Blüchert-Stif tung, und der Vorstandsvorsitzende Dr. Gunter Thielen vor der Internetseite.
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Beteiligt an diesem Pilotprojekt sind die drei Gütersloher Realschulen, die Stadt und die Bezirksregierung. Die Schüler der achten Klassen sind informiert, ab Freitag können sie sich auf einer Internet-Seite zum Projektstart im nächsten Schuljahr anmelden. Nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden Dr. Gunter Thielen fördert die Stiftung das Programm im ersten Jahr mit einer halben Million Euro: „Das ist sehr gut angelegtes Geld.“

Zielgruppe sind Jugendliche, die zum Zeitpunkt der Förderung die neunte Klasse besuchen und einen Notendurchschnitt zwischen 2,3 und 3,4 haben. Vor allem solche Jugendliche sollen angesprochen werden, die auf ihrem Bildungsweg keine Hilfe ihrer Familie bekommen und sich noch nicht festgelegt haben, sagt Thielen. Sie werden über die letzten beiden Schuljahre und über das erste Folgejahr begleitet.

Ein zentrales Element ist die ehrenamtliche Arbeit von älteren, womöglich bereits pensionierten Mentoren. Sie sollen Ansprechpartner der Schüler sein und sie während der gesamten dreijährigen Förderdauer begleiten. Die Hilfestellung besteht aus Gespräche, Praxiseinblicken, Workshops und persönlicher Begleitung.

In den achten Klassen der Realschulen lernen zurzeit rund 300 Schüler. Zum Auftakt sollen 90 in die Förderung kommen, perspektivisch sollen es 100 pro Jahrgang sein. „Wenn es gut läuft, werden wir das Programm in die Fläche bringen“, sagt Thielen. Unterstützt wird „Was geht!“ von einem Expertenbeirat, in dem Vertreter der Schulen, der Schulaufsicht, der Wirtschaft und weitere Fachleute sitzen sollen. Anmelden auf www.schule-was-geht.de. 

Ein weiteres Projekt, das die Stiftung unlängst aufgelegt hat, trägt den Namen „Wir2“. Es wurde in Kooperation mit Professor Matthias Franz von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf entwickelt und zielt auf alleinerziehende Mütter ab. Durch gezielte Ansprache von geschulten Pädagogen sollen sie ihre eigene Balance wiederfinden und eine intensivere Bindung zu ihrem Kind entwickeln. Bundesweit 10 000 Frauen will man in einem ersten Schritt erreichen. In Gütersloh hat laut Thielen das Jobcenter Interesse bekundet. Um das Programm zu verbreiten, soll das Personal aufgestockt werden.

Hintergrund

Die nach dem 2007 verstorbenen Finanzmakler Walter F. Blüchert (1920 bis 2007) benannte Stiftung hat vor einem Jahr ihren Betrieb aufgenommen. Der juristische Sitz ist Hamburg, der Verwaltungssitz Gütersloh. Das Stiftungsvermögen von 200 Millionen Euro wird von der Visella Stiftung in der Schweiz verwaltet. Mittelfristig stehen – je nach Ertragslage – bis zu fünf Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung, um Menschen in Not, vorzugsweise Kindern und Jugendlichen, zu helfen. Devise: „Barrieren überwinden: Hilfe, die ankommt.“

Außer dem Vorstand mit Dr. Gunter Thielen und Ingrid Kramer hat die Stiftung zurzeit sieben weitere Mitarbeiter in Gütersloh und Düsseldorf. Ihre Zahl soll auf bis zu 15 aufgestockt werden. Im ersten Jahr wurden bundesweit vier Projekte für Kinder und Jugendliche mit rund 1,5 Millionen Euro gefördert.

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