Messtrupp sucht nach Bomben
Bild: Dinkels
Skeptisch ob der vielen Störsignale im Boden: Claudia Boctor, Leiterin des Fachbereichs Bauordnung und Vermessung im Gütersloher Rathaus, und Michael Müller von der Firma Schollenberger Kampfmittelbergung in Celle auf der Baustelle an der Eickhoffstraße.
Bild: Dinkels

Da eine Bombe auszumachen, ist außerordentlich schwierig.

Ein Messtrupp der Firma Schollenberger Kampfmittelbergung hat am Dienstag das 1800 Quadratmeter große Grundstück in Augenschein genommen, auf dem die Sparkasse einen neuen Bürokomplex errichten will. Das ist bei Flächen, auf die im Krieg Bomben gefallen sein könnten, eine übliche Vorsichtsmaßnahme.

Die Eickhoffstraße ist bei Luftangriffen im Zweiten Weltkrieg stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Aufnahmen im Stadtarchiv zeugen vom Ausmaß der Zerstörung. Luftaufnahmen der Alliierten zeigen außer zerstörten Häusern auch Krater, die von Bildgängern verursacht wurden. Die Friedrich-Ebert-Straße gab es damals noch nicht. Die Rosenstraße mündete auf die Eickhoffstraße, von der wiederum der Büskerweg abzweigte, wo heute die Hauptverkehrsader verläuft.

Die jetzt abgerissenen Gebäude standen damals schon, dahinter lagen Höfe. Sie wurden den Aufnahmen zufolge beschädigt und wieder aufgebaut. Aber niemand weiß offenbar, ob und was sich dort noch im Boden befindet.

Das gesamte Gelände wurde nun mit moderner Technik unter die Lupe genommen. Dazu versenkte der Messtrupp Dutzende Sondierungsrohre entlang der Grundstückgrenzen bis zu sieben Meter tief im Boden. So weit runter wird die Gründung für den Neubau reichen. Auf diese Weise muss nicht das gesamte Gelände bis zu dieser Tiefe ausgekoffert werden.

Sonden wurden in den Rohren hinabgelassen und die Messdaten direkt an die Zentrale des Kampfmittelbeseitigungsdienstes der zuständigen Bezirksregierung Arnsberg in Hagen weitergeleitet. Claudia Boctor, Leiterin des städtischen Fachbereichs Bauordnung und Vermessung, rechnet für heute mit Ergebnissen: „Wir werden dann entscheiden, wie es auf der Baustelle weitergeht, notfalls mit bestimmten Sicherheitsvorkehrungen.“

Außerdem schritt der Experte die gesamte Fläche mit einem Messgerät ab. Schnell stellte sich heraus, das sich auf dem gewachsenen Boden fast auf der gesamten Fläche Bauschutt älteren Datums befindet. Das Gerät schlug fast überall an. Probeweise ließ Boctor zwei Testfelder bis auf den gewachsenen Boden freilegen. Gefunden wurde bisher nichts.

SOCIAL BOOKMARKS