Miele garantiert Jobs bis Ende Juni 2014
Unter dem Miele-Dach sollen auch die 230 Mitarbeiter der Distributionslogistik in Gütersloh bleiben. Das ist erklärtes Ziel von Geschäftsleitung und Betriebsrat.  Bild: Dinkels

Für die 230 Mitarbeiter der Distributionslogistik soll ein unternehmensinterner Weg gefunden werden.

Ende voriger Woche hatten Geschäftsleitung und Betriebsrat eine „Gesamtbetriebsvereinbarung zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung“ unterzeichnet. Die wichtige Botschaft für die Mitarbeiter an den Fertigungsstandorten und im Gütersloher Zentralbereich: Betriebsbedingte Kündigungen werden bis einschließlich 30. Juni 2014 ausgeschlossen. Darüber wurde in der Betriebsversammlung informiert.

Eine Beschäftigungsgarantie gibt es aber nicht zum Nulltarif. Im Gegenzug verpflichtet sich der Betriebsrat in einer zweiten Vereinbarung auf eine Gestaltungspartnerschaft mit der Geschäftsleitung und auf die Einführung des sogenannten Miele-Wertschöpfungssystems. Dabei geht es laut einer Mitteilung des Unternehmens um „gemeinsame Anstrengungen von Geschäftsleitung, Werkleitungen sowie Beschäftigten und Betriebsräten zur Verbesserung der Arbeitsprozesse sowie der Weiterentwicklung der Organisation“.

Das Miele-Wertschöpfungssystem soll dafür einen Methodenbaukasten liefern, der auf den fünf Prinzipien Transparenz, Stabilität, Synchronität und Flexibilität basiert. Alle Beteiligten sollen Lösungsvorschläge unterbreiten sowie zügig und lösungsorientiert verhandeln. Dazu Sprecher Carsten Prudent: „Die auf diese Weise erreichten Produktivitätsfortschritte sollen für zukünftiges Wachstum sowie zur Kompensation von altersbedingter Fluktuation genutzt werden.“

Nicht unter den Geltungsbereich der Vereinbarungen fällt die Distributionslogistik in Gütersloh. Wie berichtet, sieht die Geschäftsführung in dem Bereich ein Sparpotenzial von jährlich rund 2,2 Millionen Euro, das sich vor allem dann ergäbe, wenn die 230 Beschäftigten nicht mehr dem Metalltarif unterlägen. Dazu sollen noch in diesem Monat Gespräche zwischen der Geschäftsleitung und dem Betriebsrat aufgenommen werden.

Unternehmenssprecher Prudent: „Erklärtes Ziel dieser Gespräche ist, die notwendigen Kosteneffekte möglichst im Rahmen einer internen Lösung zu erreichen.“ Bei der Betriebsversammlung wurden die Logistiker nach Aussage von Teilnehmern mit Applaus bedacht.

Nicht der Anlass, aber beherrschendes Thema der Betriebsversammlung ist laut Betriebsratschef Klaus Niebusch die Distributionslogistik gewesen. Es habe „massive Solidaritätsbekundungen“ gegeben. Auch der Betriebsrat wolle, dass die Beschäftigten bei Miele blieben. „Was wir als Betriebsrat regeln können, das werden wir regeln“, sagte Niebusch der „Glocke“. Bei der Flexibilisierung von Arbeitszeiten gebe es Möglichkeiten.

Voraussetzung für die Unterzeichnung der Gesamtbetriebsvereinbarung sei gewesen, dass auch für die Logistiker eine interne Lösung gefunden werde – entweder mit dem Betriebsrat oder dem Tarifpartner. Um Klarheit zu bekommen, wie genau sich die genannte Kostenersparnis ergebe, habe man der Geschäftsleitung einen Fragenkatalog geschickt und warte nun auf eine Antwort.

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