Mieten in Gütersloh steigen moderat
Bild: Dinkels
Im Rathaus sind die Daten für den neuen Mietspiegel zusammengeführt worden. Dort ist die Übersicht für Vergleichsmieten auch kostenlos im Eingangsbereich erhältlich.
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Die Kaufpreise für Ein- und Zweifamilienhäuser sowie für Wohnungen sind im selben Zeitraum um 12 und 10 Prozent gestiegen.

In der Kreisstadt variieren die Kaltmieten zwischen 4,20 Euro je Quadratmeter in Altbauten in mittlerer Wohnlage und 8 Euro in Neubauten in guter Wohnlage. Außer der Lage ist die Ausstattung der Wohnung entscheidend für die Miethöhe. „Zunehmend hat auch der energetische Status Einfluss auf den Mietpreis“, sagte Dr. Gerd Geuenich, Leiter des Fachbereichs Bauordnung und Vermessung, bei der Vorstellung der Übersicht. Denn: je besser der Standard, desto niedriger die Nebenkosten. Peter Osterhelweg vom Maklerverein hat beobachtet: „Gerade im Neubausegment werden auf dem Markt Mieten erzielt, die früher nicht machbar waren – mit einer Acht vorn.“

Die Wohneigentumsquote für Gütersloh wird auf knapp 50 Prozent geschätzt. Das bedeutet, die Hälfte der rund 45 000 Haushalte wohnt zur Miete. Keinen Eingang gefunden in die Statistik haben rund 2380 öffentlich geförderte Mietwohnungen, von denen 243 der Stadt gehören. Wegen der auslaufenden Preisbindung sinkt ihre Zahl. Joachim Knollmann, Geschäftsführer des Mieterbunds Ostwestfalen-Lippe, monierte: „Es wird zu wenig für einkommensschwache Gruppen gebaut.“ Deswegen sei man auch gegen den Verkauf kommunaler Bestände.

Für eine Altbauwohnung (bis Baujahr 1969) muss man in Gütersloh in mittlerer Wohnlage 4,20 bis 5,50 Euro je Quadratmeter zahlen, in guter Wohnlage 4,40 bis 5,70 Euro. Als gute Wohnlage gelten die Innenstadt und das nähere Wohnumfeld sowie die an den Stadtpark und an Mohns Park angrenzenden Wohngebiete. Die meisten Wohnungen liegen in mittlerer Wohnlage, das bedeutet auch ohne besondere Beeinträchtigungen durch Lärm und Gerüche etwa an Hauptstraßen oder Industriegebieten.

Für die Baujahre 1970 bis 1983 betragen die Sätze 4,80 bis 5,90 (mittlere Lage) und 5,30 bis 6,10 Euro (gute Lage). Baujahr 1984 bis 1994: 5,10 bis 6,20 Euro und 5,60 bis 6,50 Euro. Baujahr 1995 bis 2008: 5,40 bis 6,70 Euro und 6 bis 7 Euro. Ab Baujahr 2009: 6,50 bis 7,70 Euro und 7 bis 8 Euro. Bei sanierten Wohnungen kann das Sanierungsjahr als Referenzjahr in Betracht kommen. Bei außerordentlichen Wohnlagen können Zu- oder Abschläge möglich sein.

Stichwort Mietspiegel

Der Mietspiegel ist eine Orientierungshilfe, die es den Vertragspartnern ermöglichen soll, im Rahmen ortsüblicher Entgelte eigenverantwortlich die Miethöhe zu vereinbaren. Er gibt Auskunft über die ortsübliche Miete für vergleichbare Wohnungen. Bei dem jetzt vorgelegten Zahlenwerk handelt es sich um einen einfachen Mietspiegel, der aus der Zusammenführung von Daten der Stadt, des Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümervereins Gütersloh, des Mieterbunds Ostwestfalen und des Gütersloher Maklervereins beruht. Rechtsgrundlage ist der Paragraf 558c des Bürgerlichen Gesetzbuchs. Für einen qualifizierten Mietspiegel wären wissenschaftliche Auswertungen erforderlich. Wegen des Aufwands erscheint die Übersicht in Gütersloh nur alle vier Jahre, die letzte 2009.

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