Mit Herzblut für den Hospizverein
Bild: Miketta
Übergabe: Arnold Bergmann (links) übernimmt den Vorsitz von Professor Dr. Claus Gropp beim Hospiz- und Palliativverein Gütersloh.
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„Immer, wenn man von ihm spricht, nimmt Claus sich zurück“, sagte Arnold Bergmann, der den Posten Gropps übernimmt. „Aber es ist wichtig, dass man ihn nach ganz vorn stellt.“ Bergmann weiß, was er seinem Vorgänger zu verdanken hat. „Was er gesät hat, trägt nun reife Früchte“, ergänzte Bergmann.

Mit der Gründung des Hospizvereins, der kranken Menschen vor ihrem Lebensende begleitet, am 13. Februar 1991 begann eine Erfolgsgeschichte, die es – so sagen es Gropps Gefährten – ohne den heute 70-Jährigen wohl nicht gegeben hätte. Kein Wunder also, dass die Einrichtung den Mitgründer halten wollte. „Aber alle Überredungsversuche haben nichts genützt“, sagte Bergmann.

Neue Herausforderungen in Zeiten des Wandels

Trotz der langjährigen Arbeit mit viel Herzblut und Leidenschaft fällt Claus Gropp der Abschied nicht schwer. „Man muss wissen, wann Schluss ist“, erklärte der Arzt der Onkologie, der Ende des vergangenen Jahres auch seine Praxis schloss und sich nun auf den Ruhestand freut. „Nebenbei kann ich in der Onkologie nicht weiterarbeiten, weil ich sonst regelmäßig an Fortbildungen teilnehmen muss, um auf dem aktuellen Stand zu bleiben“, begründete er seinen Entschluss.

Langweilig wird Gropps freie Zeit auch ohne Arztkittel und Hospizarbeit nicht. Die fünf Enkelkinder und seine Frau wird es freuen. „Ich möchte außerdem reisen und Tennis spielen.“ Um sein „Kind“, den Hospiz- und Palliativverein, mache er sich keine Sorgen. Er wisse, dass der Verband mit seinen 51 Mitarbeitern und Ehrenamtlichen in guten Händen sei. „Es wird deshalb Zeit, dass jemand anderes diesen Posten übernimmt.“

Eben jener Arnold Bergmann, der 2013 Mitglied wurde. In der Versammlung Ende des vergangenen Jahres wurde er als Nachfolger von Claus Gropp gewählt. „Es geht darum, dass man mit Herzblut und Tatkraft hilft“, sagte Bergmann, der anfügte: „Alle Mitarbeiter des Vereins zeichnet genau das aus.“ Sein Ziel für die kommenden Jahre: „Wir wollen alles zum Wohle der Menschen tun.“

Derzeit hat das Hospiz acht Betten und Zimmer, in denen die Mitarbeiter die Menschen bis zum Tode begleiten. Allein im Jahr 2016 leisteten die Helfer 116 ambulante Sterbebegleitungen. Aufgrund des demographischen Wandels und der Tatsache, dass die Gesellschaft immer älter wird, könnten die Zahlen deutlich steigen. „Deswegen suchen wir immer neue Ehrenamtliche, die uns unterstützen.“

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