Mit Indiana Jones musikalisch ins Abendrot
Bild: Pieper
Eingehüllt in eine effektvolle Lichtshow, bot das Bukarester New Vision Symphony Orchestra unter Tiberiu Oprea einen klangvoll-unterhaltsamen Spaziergang durch die Welt der Filmmusiken von John Williams und Hans Zimmer.
Bild: Pieper

Denn grandiose Filmmusik erzeugt überall grandioses Kopfkino. Das haben am Mittwoch die Konzertbesucher in der Gütersloher Stadthalle bei „Hollywood‘s Greatest Hits“ erlebt.  

Mit zwei sinfonisch angelegten Meilensteinen des Genres – dem Hauptthema und dem Imperial March – aus George Lucas Weltraumsaga „Star Wars“ startete das Bukarester New Vision Symphony Orchestra unter unangestrengter Leitung von Tiberiu Oprea  seine klanggewaltige Reise durch die Filmmusik-Welten der zigfach preisgekrönten Komponisten John Williams und Hans Zimmer.

Als Conferencier empfahl sich Bill Mockridge („Lindenstraße“), der die Melodien nicht nur zeitlich und inhaltlich, sondern auch emotional einzuordnen half. Ganz nebenbei lieferte er Wissenswertes zu Leben und Werk der Komponisten, und so manchen Kalauer: Dass ET, Steven Spielbergs knollennasig-liebenswerter Alien, nicht nach Hause telefonieren konnte, habe wohl an dessen Vertrag mit O2 gelegen. Bei Hollywood geht’s eben immer um Unterhaltung – in jeglicher Couleur.

Und so ließ sich das begeisterte Publikum mitnehmen nach Gotham, wo sich Batman und Joker mit wahren Klangexplosionen Gefechte liefern. Magisch war die Stippvisite bei Harry Potter, zu dessen spieluhrartig beginnender Erkennungsmelodie – man höre und staune – sich John Williams von Tschaikowskys Tanz der Zuckerfee aus dem „Nussknacker“ inspirieren ließ.

Nur zu gern sattelte das Publikum dann auf, um mit Indiana Jones ins Abendrot zu reiten oder sich zu den „Su-Per-Man“ schmetternden Fanfaren des gleichnamigen Films auf Weltrettermission zu begeben.

Es gab allerdings auch differenziertere Töne: melancholische Geigenklänge von Konzertmeister Robert Stefan aus „Schindlers Liste“ und satte Trompetenstöße aus Olivers Stones „Geboren am 4. Juli“, Film gewordener Bewältigungsversuch des US-Vietnam-Traumas. Mockridge lehrte: „Die Trompete ist des Soldaten Begleiter: Sie weckt ihn, treibt ihn in den Krieg und spielt an seinem Grab.“

Nachdem die imaginären Dinos aus dem „Jurassic Park“ durch die Halle gestampft waren, genoss das Publikum unterm aufgeblähten Klangsegel der Black Pearl noch den „Fluch der Karibik“, ehe sich das Orchester mit einem bunten Hollywood-Hit-Medley verabschiedete. Dabei durfte selbstverständlich das Signaturthema vom „Weißen Hai“ nicht fehlen. Nur zwei bedrohlich langgezogene Noten und eine in Blutrot getauchte Halle – schon war die Gänsehaut da. Musik kann ja so mächtig sein.

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