Mit sicherem Strich die Magie gebannt
Bild: Pieper
Der Bielefelder Comic-Zeichner Ralf Schlüter zeigt am Mittwoch, 17. August, sein Können in der Gütersloher Buchhandlung Eckart.
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Autor Kay Meyer schuf mit seiner „Wolkenvolk“-Trilogie („Seide und Schwert“, „Lanze und Licht“, „Drache und Diamant“) einen der erfolgreichsten deutschen Fantasy-Romane der vergangenen Jahre. Poetisch und bildgewaltig bietet er seinen Lesern ein spannendes Puzzle, das sich bei Bruce Willis ebenso bedient wie bei Marco Polo. Ideal also für eine Comic-Adaption.

Das hat sich auch der in Bielefeld ansässige Splitter-Verlag gedacht, der sich in den fünf Jahren seines Bestehens nicht nur als Herausgeber franco-belgischer oder amerikanischer Comics einen Namen gemacht, sondern mit der jeweils zweiteiligen Version von Meyers Romanteilen auch erfolgreich eine deutsche Eigenproduktion etabliert hat. Just ist das vierte Album davon herausgekommen.

Einmal mehr hat der Bielefelder Comiczeichner Ralf Schlüter dafür sein Können in die Waagschale geworfen. Er visualisiert kongenial, was Meyer sich erdacht hat. Am Mittwoch, 17. August, wird sich Schlüter in der Gütersloher Buchhandlung Eckart, Münsterstraße 19, ab 16 Uhr während einer Signierstunde vorstellen – mit Drachen, Kobolden und seltsamen Kreaturen im Gepäck. Der 49-Jährige hat schon als Jugendlicher gern gezeichnet und sich Geschichten ausgedacht. Seine Leidenschaft machte er nach dem Grafikstudium in Bielefeld zum Beruf: zunächst zehn Jahre lang in Hamburg für diverse Trickfilmprojekte, seit 2002 als freischaffender Illustrator. „Beim Film ist man einer von vielen, muss sich den Vorgaben genau fügen“, sagt Schlüter. „Als selbstständiger Comiczeichner kann ich eigene Figuren entwickeln und zum Leben bringen“. Hinzu kommen Freiheiten beim Layouten der Seiten, die der Kreativität Raum geben. „Ohne die richtige Dynamik der Bildsequenzen und -größen, der passenden Anordung von Szenarien und Sprechblasen, verliert der Comic an Wirkung“, weiß der Fachmann.

Seit 2007 arbeitet Ralf Schlüter schon an der Umsetzung von Meyers „Wolkenvolk“. Pro Monat schafft er etwa sechs Seiten. Für ein ganzes Album braucht er ein Jahr. Auch wenn der Bielefelder kein bekennender Fantasy-Fan ist, so zeigt er sich doch immer wieder beeindruckt vom überbordenden Ideenreichtum Meyers, den er mit sicherem Strich und gutem Farbinstinkt zur griffigen Bildgeschichte werden lässt.

Recherchen zur Historie, zu Landschaften und Kulturen sind für den Illustrator selbstverständlich, wenn er seine Figuren entwickelt und glaubwürdig aufs Papier bringen will. Er zeichnet jede Sequenz mit dem Bleistift, gibt anschließend die gewünschte Farben an. Die eigentliche Colorierung des Comics erfolgt heutzutage in einem Spezialstudio im Ausland. Bislang waren beide Seiten – der Autor und der Illustrator – mit ihrer Zusammenarbeit sehr zufrieden. Aber wenn in zwei Jahren das letzte Album zu Meyer Bestseller-Trilogie veröffentlicht ist, dann kann sich Ralf Schlüter gut vorstellen, auch mal wieder die ein oder andere eigene Geschichte auf den Markt zu bringen: „Da schlummert noch so einiges in den Schubladen“.

Den kompletten Bericht lesen Sie in der Gütersloher Ausgabe vom 13. August.

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