Mittelalterfest mit Besucherrekord
Bild: Dünhölter
Der aufwändig inszenierte Kampf mit dem feuerspeienden Drachen Fangdorn gehörte zu den spektakulärsten Beiträgen, die die Besucher des Mittelalterfests auf dem Hof Kruse in ihren Bann zogen.
Bild: Dünhölter

Am Samstag zogen zwar dunkle Wolken über das weitläufige Areal. Aber zum Glück für den Gastgeber Otto III, Graf von Ravensberg, und seine fahrenden Untertanen sowie die Besucher blieb es trocken. Weil am Sonntag dann auch noch die Sonne herauskam, verzeichnete die fünfte Auflage mit der beliebten Mischung aus zauberhaften Shows, edlen Rittern, bösen Schurken, Drachen, Einhörnern, Heerlagern, Markttreiben, Gauklern, Magiern und Musikanten einen neuen Besucherrekord.

Mehr als 12 000 Besucher entrichteten nach Angaben des Veranstalters Nobby Morkes ihren „Brückenzoll“ (Eintritt). Fazit: „Wir sind sehr zufrieden“, sagte Morkes. Allerdings bringe der starke Zulauf auch Parkplatzprobleme mit sich. Nächstes Jahr müssten mehr Stellplätze geschaffen werden. Am Sonntagnachmittag habe die Zufahrt zur Straße Am Reiherbach gesperrt werden müssen.

Die strahlenden Gesichter bei den insgesamt 600 Aktiven lagen aber nicht nur am „Geist des Hofes“. „Anno 1280“ hat sich bei den Mittelalter-Fans aus ganz Deutschland einen festen Platz im Terminkalender erobert. Fast alle Besucher staunten über die „Kruse-Burg“, die Hofherr und Festwirt Nobby Morkes unübersehbar am Rand des Areals hatte errichten lassen. Das „Pendant zur Sparrenburg“ bildete nicht nur eine traumhafte Kulisse, sondern wurde auch in das Programm des festlichen Spektakulums einbezogen. Fast alle Besucher nutzten die Attraktion nicht nur für Erinnerungsfotos, sondern bestiegen die von allen Seiten begehbare Festung.

Schon am Samstag zog der geistige Vater von „Anno 1280“ und Strippenzieher ein zufriedenes Fazit. Nobby Morkes: „Die Händler waren mit dem Freitag und dem Samstag richtig glücklich. So viel haben sie nach eigener Aussage an beiden Tagen noch nie umgesetzt.“ Weil der Besucherstrom nicht enden wollte, mussten auf einer Wiese in Avenwedde-Bahnhof Notparkplätze eingerichtet werden.

Um den Unterhaltungsfaktor für die jungen und alten Besucher weiter zu steigern, reihte sich ein Programmhöhepunkt an den nächsten. Beim am Samstag zweimal ausgetragenen „Turnier der Ritter der Europäischen Krone“ auf der Turnierbahn sowie dem bislang nur am Freitag aufgeführten Drachentheater „Die Feuer Rutans“ reihten sich die Zuschauer dicht an dicht. Drache Fangdorn ließ sich zur Freude der Kinder nach der Show sogar noch anfassen.

Auch das Heerlager mit 34 Gruppen bot ungewohnte Einblicke in den Alltag und die Widrigkeiten des Lebens vor fast 800 Jahren. Viele Tagesgäste in Kostümen nutzten die Gelegenheit zu Fachgesprächen. Andere, wie „Bruder Alexander“ und „Bruder Ingivio“ von den „Hospitalitern Westfalen“ aus dem Sauerland und Minden, kamen, um sich persönlich vom „guten Geist des Hofs Kruse“ erfassen zu lassen.

Nächstes Jahr wollen die Ritter als Gruppe ins Heerlager einziehen. Deshalb statteten sie dem Areal am Samstag einen Tagesbesuch ab. Die Motivation: „Uns reizt daran das Abtauchen in die Vergangenheit. Hier kann man die Zeit vergessen, das Mittelalter leben und auch an Schlachten teilnehmen“, sagte „Bruder Alexander“.

Andere kamen, um für ein paar Stunden in eine andersartige, faszinierende Welt ohne Technik, Luxus oder Handys einzutauchen.

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