Möbelhaus: Der Streit schwelt weiter
Bürgermeisterin Maria Unger und Porta-Geschäftsführer Kurt Jox im Gespräch. Bild: Dinkels

Am Mittwoch fährt die Verwaltungsspitze nach Rheda-Wiedenbrück, wo Maria Unger in Begleitung von Stadtbaurat Josef E. Löhr und Fachbereichsleiter Michael Zirbel das Gespräch mit ihrem Amtskollegen Theo Mettenborg (CDU) sucht. Der Termin sei schon vor dem ersten Spatenstich vereinbart worden und diene dem Zweck, „im offenen Gespräch den bisherigen Verfahrensverlauf zu erläutern und über die nächsten Schritte zu informieren“, erklärte Unger auf Nachfrage.

Wie berichtet, fürchten die Nachbarkommunen einen Kaufkraftabfluss und damit eine Schädigung ihres Einzelhandels, wenn Porta in der angekündigten Größe baut. Porta hat bisher nur Teilbaugenehmigungen für die Erdarbeiten. Am Donnerstag soll im Planungsausschuss der Bebauungsplan verabschiedet werden.

Die Stadt Gütersloh erklärt in ihrer Stellungnahme zu den schriftlich geäußerten Bedenken der Nachbarkommunen, die Verkaufsfläche sei von 35 000 auf 29 500 Quadratmeter verkleinert worden, vornehmlich in den Bereichen Möbel (von 29 560 auf 24 210) und Teppiche (von 1400 auf 1250). Damit würden die in einem Einzelhandelsgutachten als Kompromiss empfohlenen Verkaufsflächen (Möbel 23 650, Teppiche 1120 Quadratmeter) „nahezu erreicht“.

Eine Reduzierung der zentrenrelevanten Sortimente erfolge nicht. Das hatten beispielsweise die Gütersloher Einzelhändler, der Einzelhandelsverband OWL und die Industrie- und Handelskammer zum Beispiel mit Blick auf Glas, Keramik und Heimtextilien gefordert.

Den Nachbarkommunen Bielefeld, Rheda-Wiedenbrück, Rietberg, Verl und Herzebrock-Clarholz reicht die Reduzierung nicht. Gütersloh habe den interkommunalen Konsens des 2003 verabschiedeten Regionalen Einzelhandelskonzepts (REHK) verlassen, heißt es. Die Stadt hingegen vertritt die Auffassung, dass das REHK „veraltet und so nicht mehr anwendbar“ sei.

Unterdessen erklärte die Bezirksregierung auf Nachfrage, das Bauvorhaben sei „mit landesplanerischen Zielen im Einklang“. Die Bezirksregierung sei jetzt nicht mehr Ansprechpartner so Wolfgang Boeck, Leiter des Dezernats Regionalplanung.

Beim ersten Spatenstich für das Möbelhaus Porta, den Möbeldiscount Boss und das Gartencenter Brockmeyer am vergangenen Donnerstag haben die Protagonisten von Bürgermeisterin Maria Unger (SPD) bis hin zu Porta-Geschäftsführer Kurt Jox (Bild) Optimismus verbreitet. Die Eröffnung wurde für den ersten Advent angekündigt.

In den Nachbarkommunen löste dieses symbolträchtige Ereignis eher Verwunderung aus. Dort zweifelt man zwar nicht am Bau des Möbelhauses, sieht aber bei der Verkaufsfläche noch nicht das letzte Wort gesprochen. Jox hatte 29 500 Quadratmeter als untere Grenze bezeichnet.

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