Münsterstraße soll frei bleiben
Bild: Dinkels
Autos und Busse fahren auf der Münsterstraße in beide Richtungen. Das ist durch einen Verkehrsversuch möglich. Die Stadtverwaltung möchte es dabei belassen.
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Heißt: Auch künftig nach Abschluss des Verkehrsversuchs soll die Münsterstraße in beide Richtungen befahrbar bleiben. Das schlägt die Technische Beigeordnete Nina Herrling dem Planungsausschuss in einer Vorlage für die Sitzung am Dienstag, 25. September, vor (17 Uhr, Ratssaal). Außerdem sollen jährlich Verkehrserhebungen durchgeführt und die Ergebnisse im Ausschuss vorgestellt werden.

Auch im Rahmen des Verkehrsversuchs wurden Zählungen durchgeführt. Fazit: „Die Münsterstraße ist grundsätzlich für den Zweirichtungsverkehr geeignet“, heißt es in der Vorlage. Es sei aber „darauf zu achten, dass entsprechend den Zielen des klimafreundlichen Mobilitätsplans keine deutlich höheren Verkehrsmengen durch den Stadtkern geführt werden“.

Denn das ist schon jetzt teilweise der Fall. Wurde die Münsterstraße 2011 vor der Einbahnstraßenregelung in einer Woche im Juli noch von insgesamt 15 727 Autos befahren, waren es im Dezember 2016 – also in der ohnehin verkehrsreicheren Adventszeit – 18 002 Fahrzeuge und in einer Woche Ende April 2017 22 008 Fahrzeuge. Überproportional gestiegen ist der Anteil der Fahrer, die in Richtung König- oder Hohenzollernstraße unterwegs waren, nämlich von 2277 auf 8295. In einer Spitzenstunde am 25. April 2017 nutzten 128 Verkehrsteilnehmer die Freigabe zwischen dem Karstadt-Parkhaus und der Königstraße.

Die meisten Verkehrsteilnehmer fahren geradeaus auf die Hohenzollernstraße, so dass auch dort die Zahl der Autos zugenommen hat. Wurden dort 2015 vor der Freigabe in einer Spitzenstunde noch 59 Kraftfahrzeuge gezählt (die aus der Königstraße kamen), waren es 2016 schon 111 und 2017 insgesamt 163.

„Die erhobenen Verkehrsmengen sind ein Indiz dafür, dass die Achse Münster-/Hohenzollernstraße durch die Öffnung der Einbahnstraße als parallele Verbindung zur Barkeystraße für die motorisierten Verkehrsteilnehmer an Attraktivität gewonnen hat“, heißt es in der Vorlage. Für eine Verlagerung gebe es jedoch „keine Anzeichen“.

Die Freigabe hat auch Auswirkungen, die die Verwaltung kritisch bewertet. So komme es an der Kreuzung Münster-/Königstraße gelegentlich zu „Beinahe-Unfällen mit Radfahrern“. Außerdem verlören Linienbusse auf der Königstraße wegen des vermehrten Gegenverkehrs Zeit. In beiden Fällen sollen „zur Erhöhung der Verkehrssicherheit sowie Verbesserung des Verkehrsablaufs entsprechende Maßnahmen entwickelt“ werden.

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