Musical-Show auf der Autokino-Bühne
Königin Elisabeth: Steffi Költsch tritt in ihren Musicalproduktionen selbst mit auf. Die Gütersloherin hat ein besonderes Programm fürs Autokino in Paderborn entwickelt.

„Musical-Fieber – ansteckend aber nicht gefährlich“ hat die Gütersloherin das neue Bühnenprogramm getauft. Die erste Show mit fünf Künstlern findet am Sonntag, 31. Mai, ab 20.30 Uhr im Autokino am Flughafen Paderborn statt. „Bis Anfang März haben wir deutschlandweit viele Musical-Dinner-Shows aufgeführt. Am Anfang dachten wir, das Corona-Virus wird nicht so schlimm“, erzählt Steffi Költsch. „Doch dann ist alles von 100 auf 0 heruntergefahren.“

„Richtige Musical-Show mit Kostümen“

Sie habe viel Zeit investiert und überlegt, wie trotzdem Musicals aufgeführt werden könnten. „Ich bin auf die Idee mit dem

Tickets für das Musical-Fieber im Autokino am Flughafen Paderborn am 31. Mai gibt es unter www.kinoheld.de. Pro Auto werden mindestens zwei Tickets verkauft.

Der Preis pro Person beträgt 33 Euro, jede weitere Person im Auto zahlt 11 Euro. Kinder unter 18 Jahren haben freien Eintritt. Weitere Infos unter 05241/460508.

Autokino gekommen. Wir bedienen eine Marktlücke“, sagt die Gütersloherin. „Wir bieten den Zuschauern eine richtige Musical-Show mit Kostümen.“ Das Phantom der Oper treibt sein Unwesen, Sissi schlüpft in ihr Sternenkleid und singt und Grizabella aus Cats schwelgt kostümiert in ihren Erinnerungen. „Zudem erwartet das Publikum Musical-Songs aus Tanz der Vampire, Cabaret sowie Jekyll und Hyde“, zählt die Sängerin auf.

Musical-Szenen würden durch Filmmusik und lustige Moderation ergänzt. Musical treffe auf Comedy. „Es wird auch ein Frau-Merkel-Double da sein, das die aktuelle Situation kommentiert“, so Költsch. „Stargast ist der deutsche Musical-Star Chris Murray.“

Vor allem Solisten auf der Bühne

Außer den Einnahmen fehle dem Ensemble vor allem das Gefühl, auf der Bühne zu stehen: „Ich freue mich, wieder vor Publikum zu spielen“, sagt Steffi Költsch. „Auch wenn es anders als gewohnt wird.“ Statt Applaus und Interaktion mit den Zuschauern werde es Licht und Hupgeräusche der Autos geben. Auf Abstand müsse auch während der Show geachtet werden: „Wir dürfen nicht durcheinander rennen. Es treten vor allem Solisten auf“, erklärt Költsch. Als Hilfe wird die Bühne wie ein Schachbrett abgeklebt.

Geprobt wird in der Bushalle des Reiseunternehmens Sieckendiek. Der Probenraum war zu klein, um den Mindestabstand zu garantieren.

Online-Auftritte keine dauerhafte Alternativen

Um nicht in Vergessenheit zu geraten, haben die Sänger von „Movie & Motion“ bereits vergangene Woche ein Livestream-Konzert in der Aula der Sekundarschule Versmold organisiert. Auf Dauer seien Online-Auftritte jedoch keine Alternative. „Wir Berufsmusiker müssen auch Geld verdienen.“

Sie habe Soforthilfen beantragt, berichtet Steffi habe Költsch. Sie sei aber leer ausgegangen. Als kleines Unternehmen sei es schwer, seine Ideen in dieser Zeit umzusetzen. „Einige Veranstaltungsorte verlangen hohe Mieten, die wir derzeit gar nicht zahlen können. Bekannte Bands haben es leichter.“

Steffi Kölsch ist froh, dass sie ein zweites Standbein als Gesangslehrerin hat: „Ich habe zum Glück einen festen Schülerstamm, und der Unterricht funktioniert auch einwandfrei digital über Videoanrufe.“ Die Gütersloherin überlegt, langfristig Gesangsstunden mit einer Plexiglasscheibe am Klavier wieder persönlich zu ermöglichen. „Beim Singen kann nicht verhindert werden, dass Tröpfchen durch die Luft fliegen“, sagt die Sängerin.

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