NRW hinkt bei Weiterbildung hinterher
Zu wenige Menschen in NRW nehmen nach Ansicht der Bertelsmann-Stiftung Angebote zur Weiterbildung wahr.

Im bundesweiten Schnitt war es immerhin jeder Achte älter als 25 Jahre, wie aus einer Studie der Bertelsmann-Stiftung hervorgeht, die am Montag veröffentlicht wurde.

Im Ländervergleich hält NRW damit eine Schlussposition bei der Weiterbildungsquote - gleichauf mit Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und dem Saarland. Spitzenreiter dagegen ist Baden-Württemberg mit einer Weiterbildungsquote von 14,8 Prozent.

Unterschiede auch von Kreis zu Kreis

Nicht nur im Bundesländervergleich, auch von Kreis zu Kreis können die Unterschiede gravierend sein: Während im Kreis Euskirchen Weiterbildungsteilnehmer bei einer Quote von 4,4 Prozent besonders rar sind, nahm in Münster 2013 rund jeder Fünfte mindestens ein Fortbildungsangebot wahr.

Am südwestlichen Rand des Bundeslandes erreichen auch die Städteregion Aachen sowie der Kreis Heinsberg mit 5,5 Prozent nur deutlich unterdurchschnittliche Werte. Die Quote von Bonn liegt dagegen mit 16,2 Prozent wieder weit über dem Landesschnitt.

"Weiterbildungschancen in Deutschland sind regional zu ungleich verteilt", kritisierte Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann-Stiftung. Damit werde Chancengerechtigkeit bei beruflichem und sozialem Aufstieg eingeschränkt. Die zum Teil erheblichen regionalen Unterschiede lassen sich der Studie zufolge zu einem Drittel mit den vor Ort herrschenden Sozial- und Wirtschaftsstrukturen erklären. Tatsächlich bleibe gerade Nordrhein-Westfalen weit unter seinen Möglichkeiten - etwa was die Attraktivität und Qualität der Angebote betreffe. Berücksichtigt man die spezifische Sozialstruktur des Landes, wären gut neun Prozent mehr Weiterbildungsteilnehmer zu erwarten, rechnen die Experten vor.

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