Nachfrage nach Beratung bleibt hoch
Bild: Bitter
Tätigkeitsbericht: Jutta Hülsmann stellte die Bilanz der Gütersloher Verbraucherzentrale für das vorige Jahr vor.
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Seit 1988 ist die diplomierte Ökotrophologin für die Verbraucherzentrale verantwortlich. Für Büro und Verwaltung steht ihr halbtags die Diplom-Ökotrophologin Regina Wichelmann zur Seite. Honorarkräfte für Fachgebiete kommen hinzu.

Hohe Nachfragewelle zu Bearbeitungsentgelten

„Tsunamiähnlich schwappte eine neue Nachfragewelle im Vorjahr über uns herein“, berichtet Hülsmann. „Der Bundesgerichtshof hatte entschieden, dass Bearbeitungsentgelte für Darlehen unzulässig sind.“ Ratsuchende hätten wissen wollen, für welche Darlehnsverträge Erstattungen möglich sind und erkundigten sich nach Rückforderungsmodalitäten. Ihnen sei mit Musterbriefen der Weg zum Recht gebahnt worden, erläutert die Verbraucherschützerin. Kreditinstitute würden massenhaft versuchen, „die Erstattung mit fadenscheinigen Argumenten zu verweigern“.

Beratungstage für Wohnungskäufer

Hülsmann erwähnt besondere Beratungstage, weil Wohnungskäufer oder Bauherren falsch über das Widerrufsrecht belehrt worden seien. Obwohl dieses Recht nicht verjähre, sei nach der Kündigung ihres Immobiliendarlehns eine Vorfälligkeitsentschädigung – meist einige tausend Euro – verlangt worden. Jutta Hülsmanns Rat: „Sie müssen nicht kündigen, sondern können den Kreditvertrag widerrufen und sparen so diese von der Bank geforderte Entschädigung.“

Neue Betrügermasche

Abzocke im Internet ist nicht mehr das Hauptthema. Dafür erhalten Inhaber einer Mastercard oder Nutzer von Pay-Pal-Konten zuhauf unerwartete E-Mails, wenn sie als T-Online oder Amazon-Kunden aufgetreten sind. Der Hintergrund: Es sollen mit fadenscheinigem Inhalt geheime Zugangsdaten abgefischt werden. Diese als Rechnung getarnten sogenannten Phishing-Mails enthalten im digitalen Anschreiben – im Gegensatz zu früher – die korrekten Namen der potenziellen Opfer. Es geht den Ganoven darum, Trojaner zu verstecken, die unbemerkt Passwörter für Onlinebanking abgreifen „Durch die persönliche Adressierung haben die Cyberkriminellen eine neue Stufe arglistiger Täuschung erklommen“, urteilt Jutta Hülsmann.

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