Neubau soll sich an Münsterstraße einfügen
Ansicht: Melisch Architekten
Heller Klinker und eine geöffnete Fassade mit Loggien bestimmen das Bild des Neubaus an der Münsterstraße 21-23. Die geteilte Front mit zwei Giebeln lässt auf zwei Häuser schließen, dahinter verbirgt sich aber nur ein Gebäude. Die Fläche im Erdgeschoss soll für Einzelhandel oder Dienstleistungen genutzt werden. In den Obergeschossen entstehen Wohnungen.
Ansicht: Melisch Architekten

Die Stadt hat ihre Zustimmung zum Abriss erteilt. Die Häuser stammen etwa von 1900, stehen aber nicht unter Denkmalschutz. Nach Angaben des Eigentümers und Bauherrn Peter Oesterhelweg erinnert im Innern nach vielfachen Umbauten nichts mehr an ihren ursprünglichen Zustand.

Wegen der exponierten Lage in der Innenstadt hat der Bauherr einen Architektenwettbewerb für den Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses ausgelobt, an dem sich sechs Büros beteiligt haben. Umgesetzt wird der Entwurf des Gütersloher Büros Melisch Architekten, der am Montag in der Sparkasse vorgestellt wurde. Die Entscheidung der Jury erfolgte einstimmig.

„Es ist der Entwurf, der in vielen Dingen am durchdachtesten und insgesamt sehr stimmig ist“, sagte Oesterhelweg. Mit Melisch hat der Immobilienunternehmer unlängst den Neubau an der Kökerstraße errichtet.

„Der Entwurf hat Respekt vor der Geschichte, der städtebaulichen Körnung und dem vorhandenen Maßstab und schafft an dieser Stelle etwas Neues, das sich harmonisch einfügt und dennoch das Neue selbstbewusst erkennen lässt“, sagte Stadtplaner Dr. Michael Zirbel, zugleich stellvertretendes Jury-Mitglied. Im Namen der Stadt dankte er für den Wettbewerb, ohne den womöglich nicht diese Qualität erreicht worden wäre.

Vorgesehen ist ein Wohn- und Geschäftshaus mit zwei Giebeln, von denen der linke um etwa 20 Zentimeter zurückspringt. Die Höhe orientiert sich nicht an den unmittelbaren Nachbarhäusern, sondern an anderen Neubauten an der Straße. „Uns war es wichtig, dass es ein helles Gebäude ist“, begründete Birgit Melisch die Wahl des hellen Klinkers. Und: „Wir wollten nichts Aufgeregtes, es muss sich einfügen.“ Die Fassade wird durch bodenhohe Loggien und Fenster gegliedert. Melisch: „Die Formate vermitteln Ruhe und gewährleisten gleichzeitig eine großzügige Belichtung.“

Das Treppenhaus samt Aufzug befindet sich auf der Rückseite. Die Erschließung erfolgt über die Böttchergasse. Stellplätze, einer pro Wohnung, sind auf der Rückseite in Carports vorgesehen. Außerdem gibt es einen Lichthof und Fahrradständer. Mit Ausnahme eines Baums direkt am Gebäude sollen alle Bäume auf dem rückwertigen Grundstück erhalten werden, so die Architektin.

Die Projektkosten bezifferte Oesterhelweg inklusive Grundstückskauf auf rund drei Millionen Euro. Nach dem Abriss ist der Baubeginn im Sommer vorgesehen. Die Wohnungen sollen verkauft und die Ladenfläche im Erdgeschoss vermietet werden.

SOCIAL BOOKMARKS