Neue Richtlinien zur Kulturförderung
Ab 2021 sollen in Gütersloh neue Richtlinien zur kommunalen Kulturförderung gelten. Ein entsprechender Entwurf wird im Kulturausschuss erörtert.

 Im Rahmen der Diskussionen zum Kulturentwicklungsplan war die bislang gängige Förderpraxis der Stadt von den unterschiedlichen Kulturmachern auch als zu intransparent bewertet worden. Mit den jetzt festgezurrten Richtlinien soll sich das ändern. Fortan gebe es Fördermöglichkeiten für alle Kultursparten gleichermaßen und einen zusätzlichen Innovationsfond, heißt es in der Beschlussvorlage.

Mit dem Ziel, das gesamte Stadtgebiet als öffentlich zugänglichen Kulturort zu erschließen sowie die Weiterentwicklung und den langfristigen Erhalt des hiesigen Kulturlebens zu sichern, soll ein qualitativ hochwertiges, alle Sparten umfassendes Angebot finanziell unterstützt werden. Parallel dazu will man eine intensivere Vernetzung aller Kulturakteure erreichen und die Erschließung neuer Zielgruppen vorantreiben. Gefördert werden sollen Projekte und Institutionen, die gemeinnützig sind, öffentliches Interesse erwarten lassen und nicht kommerziellen Zwecken dienen. Sie müssen in Gütersloh stattfinden und von heimischen Kulturmachern erdacht oder initiiert werden. Und sie müssen neu sein.

Kulturakteure, die keine Gewähr auf eine ordnungsgemäße Durchführung ihres Projekts geben können, bekommen kein Geld. Die Gesamtfinanzierung erfolgt auch nur bei „angemessener Eigenbeteiligung“, die bei mindestens zehn Prozent der Kosten liegt. Ab einer Fördersumme von 3000 Euro wird eine Beratung durch den Fachbereich Kultur eingefordert. Sollte die erbetene Unterstützung 10 000 Euro übersteigen, bedarf der Antrag der Zustimmung des Kulturausschusses.

Ein Rechtsanspruch auf Gewährung eines Zuschusses – egal in welcher Höhe – besteht nicht. Und auch die Höhe der jeweiligen finanziellen Unterstützung ist laut Richtlinienentwurf letztlich immer abhängig vom aktuellen Haushaltsplan. Auch wenn es bei dem Entwurf maßgeblich um kulturelle Breitenförderung geht – auch die sogenannte Spitzenförderung, vertreten durch die Kultur-Räume (Theater Gütersloh mitsamt der Premium-Reihe „Vier Jahreszeiten“), soll davon dank des Innovationsfonds profitieren. Über die dafür vorgeschlagenen Projekte wird eine Jury mit sachkundigen Kulturvertretern – davon drei Akteuren aus der freien Szene – entscheiden.

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