“Neue Stimmen“ erobern Salzburg
Sopranistin Christiane Karg (links) und Liz Mohn, Initiatorin und Präsidentin der "Neuen Stimmen" trafen sich im Salzburger Hotel Sacher zum Gespräch.

Oder wenn die russischen Straßenmusikanten am Residenzplatz auf ihren Balalaikas unerbittlich den „Figaro“ rauf- und runterschrammeln. Dann mischen sich bereits am frühen Nachmittag ermattet voranstolpernde Rucksack-Touristen mit den ersten flanierenden Abendroben vor dem Festspielhaus, und die Opernstars von heute geben sich mit denen von morgen die Klinke in die Hand. Noch bis Ende August summt die Stadt international – und maßgeblich in mozertanten Tönen. Keine Frage, Salzburg weiß sich seinen Wallfahrtsstatus für die Kulturbeflissenen zu wahren.

Wenig Zeit, sich den Opern- oder Schauspielinszenierungen zu widmen, hatte Liz Mohn, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung. Sie war am Freitag zum Salzburger Trilog an die Salzach geeilt. Seit 2004 gibt es diese Dialogveranstaltung, bei der alljährlich im Rahmen der Festspiele drängende Zukunftsfragen von gesellschaftspolitischer Bedeutung im Spannungsfeld von Politik, Wirtschaft und Kultur diskutiert werden (s. Stichwort). Ein gemeinsames Bemühen, globale Regeln zur Bewältigung der derzeitigen Krise zu entwickeln, sei wichtig, erklärte Liz Mohn in einem Pressegespräch im Hotel Sacher. Kultur, speziell Musik, gilt ihr dabei als ein wesentliches Instrumentarium der Annäherung. „Jede Politiktür lässt sich durch Kultur öffnen“, ist sich Mohn sicher.

Bestes Beispiel: Der von ihr initiierte internationale Gesangswettbewerb „Neue Stimmen“, der im Oktober seine 14. Auflage in Gütersloh erfährt. 1422 Bewerber aus 23 Ländern sind seit April in den Vorrunden auf allen fünf Kontinenten gehört worden. Die 41 vielversprechendsten jungen Opersänger sind vom 17. bis zum 22. Oktober zum Finale an die Dalke eingeladen. Sie alle hoffen darauf, als Wettbewerbssieger von Gütersloh aus den Sprung zu einer internationalen Karriere zu schaffen. Das ist schon einigen gelungen. Vesselina Kasarova, René Pape, Nathalie Stutzmann oder Julia Novikova sind die besten Beispiele. Außer der zuletzt Genannten glänzen derzeit noch weitere ehemalige Finalisten der „Neuen Stimmen“ in Salzburg, darunter auch die Sopranistin Christiane Karg. Als Zerlina in Claus Guths expressiver, wegweisender „Don Giovanni“-Inszenierung steht die 31-Jährige im internationalen Rampenlicht – und wird vom Publikum begeistert gefeiert.

„Die Glocke“ hatte Gelegenheit, mit der erfolgreichen Sängerin sowie mit der Präsidentin der Salzburger Festspiele, Helga Rabl-Stadler, und Liz Mohn ein Gespräch über die Hürden und Herausforderungen der Openwelt zu führen. Das komplette Interview sowie den ausführlichen Bericht lesen Sie in der Print-Ausgabe vom 23. August.

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