Neun Rechte auf verlorenem Posten
Bild: Scheffler
Die Polizei achtete auf dem Kolbeplatz darauf, dass beim Wahlkampfauftritt der Partei Die Rechte alles friedlich blieb.
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Dank starker Polizeipräsenz kam es zu keinerlei Ausschreitungen. Ein kurzes Gerangel wegen einer eindeutigen Geste und ein aufgebrachter Zuhörer, der einen Aufsteller der Kundgeber umstieß, blieben die einzigen Vorkommnisse. „Wir haben die Personalien des Störers festgestellt und ihn dann entlassen“, zog Polizeihauptkommissar Jürgen Bernhard (Rheda-Wiedenbrück) ein positives Resümee des Gesamteinsatzes.

„Wir mussten in einer Stunde die Pferde satteln“, wies er als Abschnittsleiter Sperrung auf die kurzfristige Planung hin. Denn die Gegendemonstranten hatten vom Auftritt der Rechten erst so spät erfahren, dass sie am Dienstagmorgen bei der Polizei eine Eilversammlung mit 100 Teilnehmern anmeldeten. „Die haben wir selbstverständlich genehmigt“, sagte Jürgen Bernhard.

Alle drei Zufahrten zum Kolbeplatz waren mit Absperrgittern und Polizeiwagen gesichert. Als kurz vor 15 Uhr ein grauer Van mit Dortmunder Kennzeichen durchgelassen wurde und mitten auf den Kolbeplatz rollte, nahm die Sirene der meist jugendlichen Demonstranten hinter den Gittern bei Sport-Finke den Betrieb auf. Wie bereits am Samstag bei der Kundgebung der AfD vor der Stadthalle wurde mit Trillerpfeifen und Rufen („Haut ab! Haut ab! Ihr macht euch lächerlich!“) scharfe Kante gezeigt. „Banner und Schilder hatten wir ja noch von der Aktion am Samstag“, sagte Matthis Haverland von den Jusos. Auf dem Kolbeplatz überwachten etwa 25 Polizisten das Geschehen.

Aus dem Wahlkampf-Van der Rechtsextremen stiegen neun Männer. Zuvor hatten sie in Vlotho Station gemacht. Fahnen wurden an den Van gesteckt. Ein Aufsteller mit dem Konterfei von Ursula Haverbeck wurde platziert. Die 90-Jährige sitzt derzeit eine Haftstrafe wegen Leugnung des Holocausts ab. Die Rechte fordert deren Freilassung. Was die drei Redner der Partei („Wir sind anständige nationale Sozialisten“) sonst noch zu sagen hatten, nahmen die wenigen Passanten kaum zur Kenntnis. Und so fand der Spuk bei Regenwetter nach 45 Minuten wieder sein Ende. Ein hämisches Winken, und weiter ging die Tour der Rechtsextremisten nach Ahlen.

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