Nobby Morkes verspricht mehr Transparenz 
Foto: Dinkels
Wie schon 2015 wählte Nobby Morkes für den Fototermin die Wiese hinter seinem Haus in Pavenstädt. Wieder mit auf dem Bild ist das Pony Pablo, von dem keiner so genau weiß, wie alt es ist, das die 20 aber laut Morkes deutlich überschritten hat.
Foto: Dinkels

„Die Glocke“: Welches ist die wichtigste Aufgabe der nächsten fünf Jahre?

Nobby Morkes: In Zusammenarbeit mit den Bürgern werden Aufgabenfelder erarbeitet, die ein Bürgermeister aufgrund der gesetzlichen Vorgaben auch eigenverantwortlich, ohne die Zustimmung der Politik (des Rates), in vollem Umfang um setzen kann. Drei wichtige Punkte: Entbürokratisierung der Verwaltung, kurze Dienstwege. Bürgerbefragung zur Neuorganisation der Verwaltungsangebote. Mehr Transparenz in Politik und Verwaltung, keine Geheimniskrämerei hinter verschlossenen Türen, sondern rechtzeitige offene Informationen der Bürgerschaft (Regelmäßige Mediengespräche, Internet, Soziale Netzwerke). Themen wie zum Beispiel Gesundheitsvorsorge, Schulen und Kitas, Klima- und Umweltschutz, bezahlbarer Wohnraum, Innenstadt, Kultur und Sport gehören zu den Prioritäten und werden gemeinsam mit den Fraktionen über parteipolitische Zwänge hinweg behandelt. 

„Die Glocke“: Welche Rolle spielt für Sie die Digitalisierung? 

Morkes: Die Digitalisierung verschiedener Bereiche ist selbstverständlich ein wichtiger Bereich, der aufgrund der immer schneller werdenden technischen Entwicklung ständig im Fokus bleiben muss. Dabei sollte allerdings die Menschlichkeit nicht auf der Strecke bleiben. Der direkte Kontakt zwischen Bürgern und Verwaltung darf nicht verloren gehen. Und diejenigen, die nicht computer- oder smartphone-affin sind, müssen behutsam mitgenommen werden. 

„Die Glocke“: Wie halten Sie es mit der Bürgerbeteiligung? 

Morkes: Zusammenführen statt bevormunden! Wir dürfen nicht über die Köpfe der Bürger hinweg entscheiden und ihnen Vorschriften oder Verordnungen überstülpen, die zum Hemmschuh eines guten Miteinanders in unserer Stadt werden. Regelmäßig tagende Foren wie zum Beispiel ein Bürgerrat sind dabei genauso wichtige Partner wie ein Wirtschaftsbeirat, Forum für junge Menschen und Kulturschaffende. Die Beiräte (Behinderte, Integration, Jugendparlament und Senioren) müssen mehr Gewichtung bei der Gestaltung und Entwicklung unserer Stadt erhalten. Sie geben wichtige Impulse, die auch beachtet und umgesetzt werden sollten. Auch die Stadtschulpflegschaft sowie der Jugendamtselternrat sind wichtige Partner und Vertreter der Bürger, die nicht ungehört bleiben dürfen. Ebenso die Vertreter der vielen Fördervereine, die unsere Schulen und Kitas ehrenamtlich unterstützen.

Fünf Bewerber, vier Männer und eine Frau, wollen in Gütersloh bei der Kommunalwahl am 13. September an die Spitze der Verwaltung im Gütersloher Rathaus. „Die Glocke“ stellt sie in den nächsten Tagen in alphabetischer Reihenfolge vor: Nobby Morkes (BfGT) Manfred Reese (Die Linke) Volker Richter (SPD) Henning Schulz (CDU) Gitte Trostmann (Bündnis 90/Die Grünen).

„Die Glocke“: Was zeichnet Sie gegenüber den anderen Bewerbern aus?

Morkes: 20 Jahre Ratsarbeit bringen einen gewissen Erfahrungsschatz mit sich. In der Verwaltung arbeiten kreative Köpfe, die sich für die Belange der Stadt engagieren. Wenn es Probleme gibt, ist es meine Aufgabe, mich vor die Mitarbeiter zu stellen und ihnen nicht die Schuld zuzuschieben. Die Arbeit mit Menschen ist eine vielseitige Aufgabe, in der Kreativität gefragt ist. Vieles wird von der Politik bestimmt, doch hat ein Bürgermeister auch Möglichkeiten zu gestalten. Ich werde kein Bürgermeister sein, der Anträge anderer Fraktionen als „Frechheit“ oder „absurd“ bezeichnet und öfter den Allwissenden spielt. Man kann nicht alles kennen, erst recht nicht wissen und sollte auf die Kompetenz der Mitarbeiter setzen und ihnen Vertrauen entgegenbringen, das sie sich verdient haben. 

„Die Glocke“: Wie stellen Sie sich Gütersloh in fünf Jahren vor? 

Morkes: Für eine zukunftsorientierte Stadtentwicklung muss der Blick weiterhin nach vorn gerichtet werden. Trotz aller Wohnraumprobleme darf unsere Stadt nicht zugebaut werden. Wir benötigen die Luft zum Atmen, und deswegen muss der Erhalt und Ausbau von Naturflächen gewährleistet sein. Grünanlagen und Parkflächen verbessern das Klima und kühlen die Luft herunter. Um unsere Stadt weiter lebenswert zu halten, benötigen wir die schnelle Umsetzung eines Gesamtkonzepts für Mobilität und Verkehr, das nicht nur einzelne Bereiche wie den Radverkehr, den ÖPNV oder das innerstädtische Parken im Fokus hat. Es geht um ein ausgewogenes und nachhaltiges Miteinander aller Interessengruppen. Ziel ist es, eine bezahlbare Mobilität für alle so zu gestalten und zu verknüpfen, dass der öffentliche Raum optimal genutzt wird und die Aufenthaltsqualität besonders in der Innenstadt und den Ortskernen gesteigert wird.

Steckbrief

Geburtsort: Bad Segeberg. 

Alter: 68. 

Familienstand/Kinder: verwitwet, zwei Kinder. 

Beruf/Tätigkeit: Kultur- und Eventmanager. 

Hobbys: Mittelalter, Musik, Familie und Freunde. 

Politischer Werdegang: Gründung der BfGT Bürger für Gütersloh (1999), Initiator verschiedener Bürgerbegehren, Fraktionsvorsitzender, Mitglied in Beiräten und Aufsichtsräten (Klinikum, Stadtwerke, Gewerbepark Flugplatz). 

Liebstes Fortbewegungsmittel: Fahrrad und Auto. 

Bevorzugtes Kommunikationsmedium: Internet (Soziale Netzwerke) über PC und Handy. 

Was bringt Sie auf die Palme? Wenn den Menschen etwas vorgegaukelt, versprochen wird, was später nicht gehalten wird. 

Wie entspannen Sie? Indem ich mich zu Hause oder auf die Insel der Glückseligkeit zurückziehe und außerdem das Handy ab 20 Uhr und am Wochenende abschalte.

Leseempfehlung für Ihre Wähler: Willy Brandt – Erinnerungen. 

Wenn ich an Gütersloh denke (in 140 Zeichen): Anno 1280, Bertelsmann, Bürger für Gütersloh, Bürgerstiftung, Miele, nette Menschen, Radio Gütersloh, Stadt im Grünen.

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