Nur süße Osterhasen laufen immer
Spontane Tiergeschenke zu Ostern sehen Kathrin Richardson (links) und Kristin Günnemann vom Fachgeschäft „Tiergarten“ kritisch.

 Einen vor etwa vier Jahren einsetzenden Einbruch des Geschäfts mit Osterartikeln hat Axel Witlake, Geschäftsführer des Einrichtungshauses Baxmann, festgestellt. „Es hat ein Umdenken stattgefunden“, sagt Witlake. „Die Kunden kaufen lieber neutral und bunt für die gesamte Frühlingszeit, damit man es länger liegen lassen kann.“ Auf Messen sei das Angebot ebenfalls geschrumpft. Liebhaber bestimmter Osterartikel sind bei Baxmann trotzdem an der richtigen Adresse. Die im Erzgebirge in Handarbeit hergestellten Miniatur-Osterhasen sind beispielsweise (fast) ausverkauft. Allein ein Panflöte spielendes Exemplar ist noch zu erwerben.

Kleinigkeiten für das Nest

Im Spielwarengeschäft Witthoff dürfen die Plüschhasen in der Regel ein bisschen länger bleiben. „Das Jahr über verkaufen wir mehr Hasen als speziell vor Ostern“, sagt Geschäftsführer Reinhold Gellermann. „Jetzt werden im Vergleich mit der Weihnachtszeit eher die Kleinigkeiten gekauft – etwas, das ins Nest passt.“ Darauf hat Witthoff reagiert und eine kleine Osterecke eingerichtet, in der Häschen zusammen mit Marienkäfern, Bienen und Küken darauf warten, adoptiert zu werden. Oft genug wünschen sich die Kinder aber etwas eher nicht Niedliches: „Star-Wars-Figuren gehen immer“, so Gellermann.

Ist das Tier der Gattung Lepus capensis indes aus Schokolde, sind keine Absatzprobleme zu registrieren. „Der Hase ist nach wie vor der Klassiker“, stellt Heidi Westerwalbesloh, Mitarbeiterin in der Süßwarenabteilung von Karstadt fest. Das Ostergeschäft laufe gut. Wie auch bei Hussel in der Fußgängerzone. Dort lautet die aktuelle Festtagsanalyse: „Ist das Wetter kalt, wird mehr Schokolade verkauft.“

Tiere nichts für Ostern

Es gibt aber auch Eltern, die ihrem Nachwuchs etwas Lebendiges ins Nest setzen wollen. „Das ist zum Glück nicht mehr so extrem, wie es mal war“, sagt Kristin Günnemann, Fachverkäuferin im „Tiergarten“, und meint ihre Zwergkaninchen, die vor den Festen vermehrt nachgefragt würden. Die Expertin stellt klar: „Tiere sind nichts für Ostern und Weihnachten und auch nicht für Vierjährige, die ruhig gestellt werden müssen.“ Diese Hinweise gebe sie auch den Interessenten, denn: „Zwergkaninchen müssen mindestens zu zweit leben, sie werden größer und im Idealfall 15 Jahre alt. Außerdem sind sie anspruchsvoll in der Pflege.“

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