Ohne Linie 203 vom Ortskern abgeschnitten
Bild: Bojak
Selbstständig unterwegs und auf eine gute Busverbindung angewiesen: (v. l.) Hannelore Kreutzheide, Roswitha Westhoff (die den Ärger ihrer Nachbarinnen über die fehlende Busverbindung gut nachvollziehen kann, obwohl sie selbst ein Auto zur Verfügung hat), Ingeborg Stubenrauch und Elisabeth Kosfeld an der Bushaltestelle der Stadtwerke.
Bild: Bojak

Wegen der Einbahnstraßenregelung auf der Verler Straße – von Verl aus ist die Fahrbahn Richtung Gütersloh befahrbar, aber nicht umgekehrt – ist der Ortskern an der Kreuzung Hüttenbrink, Bruder-Konrad-Straße und Verler Straße von der Determeyer-Siedlung aus mit dem Bus der Stadtwerke Gütersloh kaum zu erreichen. Die Linie 203 fährt nur bis zum Hüttenbrink. Die Linie 202 an Nobilia vorbei in Richtung Innenstadt.

Halbstündiger Fußmarsch

Ingeborg Stubenrauch, Elisabeth Kosfeld und Hannelore Kreutzheide sind Nachbarinnen. Sie wohnen an der Determeyerstraße und sind vor Einrichtung der Baustelle mit der Buslinie 203 problemlos zum Lebensmittelmarkt, zur Apotheke, zu den Arztpraxen, zur Bank und Poststelle in Spexard gekommen. Jetzt müssen sie einen gut halbstündigen Fußmarsch auf sich nehmen. Oder mit dem Taxi fahren. Oder jemanden finden, der sie mit dem Auto mitnimmt. Alle drei Frauen sind über 80 Jahre alt.

Mit dem „Hackenporsche“ zum Einkaufen in die Innenstadt

„Ich verstehe nicht, dass die Verbindung von den Stadtwerken jetzt nur noch bis zum Hüttenbrink führt“, sagt Ingeborg Stubenrauch. Um einzukaufen,

Die Bauarbeiten an der Verler Straße starteten am 15. August. Die Ortsdurchfahrt wurde auf einer Länge von rund 700 Metern zur Einbahnstraße.

Das Bauvolumen beträgt rund drei Millionen Euro.

Fahrbahnen werden saniert, Radwege angelegt, Regenwasserkanäle erneuert und deren Kapazität erweitert. Querungshilfen für Fußgänger, Stellplätze und Grünflächen werden angelegt.

könne sie zwar mit der Linie 202 in Richtung Innenstadt zum Real-Markt fahren. Aber auch das sei umständlich, sagt sie. Schließlich müsse sie von der Haltestelle Am Anger mit ihrem „Hackenporsche“, so nennt sie ihren Einkaufstrolley, bis zum Real-Markt laufen und anschließend mit der vollen Einkaufstasche auch wieder zurück.

Arzt kommt ins Haus

Zum Einkaufen einen anderen Lebensmittelmarkt anzusteuern, ist eine Sache. Den Hausarzt nicht zu erreichen, eine andere. „Als ich vor kurzem meine Grippeimpfung bekommen sollte, ist mein Hausarzt zu mir gekommen“, erzählt Ingeborg Stubenrauch. Sonst hätte sie sich wieder zu Fuß auf den Weg machen oder ein Taxi bestellen müssen. Den Arzt wechsle man schließlich nicht ohne Weiteres.

Einladung an die Planer

Hannelore Kreutzheide pflichtet ihrer Nachbarin ebenso bei wie Elisabeth Kosfeld. Beide Frauen wohnen ebenfalls an der Determeyer Straße. Ohne Auto seien alltägliche Besorgungen zurzeit nur sehr umständlich zu erledigen, sagen die Frauen. „Ich würde den Mitarbeiter der Stadtwerke, der die Linienführung für die Zeit der Arbeiten an der Verler Straße geplant hat, gern einmal auf eine der Busfahrten mitnehmen, die wir Anwohner hier mindestens noch ein Jahr lang auf uns nehmen müssen“, schlägt Hannelore Kreutzheide vor. Manchmal würden Probleme erst ersichtlich, wenn man sich selbst einen Eindruck davon verschaffe.

Busgesellschaft will Belastung für alle so gering wie möglich halten

Eine Sprecherin der Stadtwerke Gütersloh erklärt zum Anliegen einiger Bewohner der Determeyersiedlung, die hinter der A 2 liegt: Die Baumaßnahme der Stadt sei mit der Stadtbusgesellschaft abgestimmt worden. Die Planer hätten versucht, möglichst viele Fahrgäste abzuholen und für alle die Belastung so gering wie möglich zu halten. Bei der Linienführung müsse auch darauf geachtet werden, dass der Fahrplan eingehalten werde. Stünde der Bus wegen hohen Verkehrsaufkommens im Stau und verspäte sich, seien andere Fahrgäste verärgert. Dass die Regelung lästig sei, sei nachvollziehbar. Aber für drei oder vier Kunden könne keine neue Streckenführung gefunden werden.

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