Ordnungsamt verbietet Döner-Flashmob
Bild: Frielinghaus
Die Eröffnung des Imbisses „Made in Bärlin“ an der Kaiserstraße hatten sich (v. l.) Martin Günes (Mitgründer der Imbiss-Kette) sowie Adam Eliah (Inhaber des Gütersloher Fast-Food-Restaurants) anders vorgestellt.  Die Stadt hat eine geplante Spendenaktion aus Gründen der Verkehrssicherheit jedoch kurzfristig untersagt.
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Eigentlich sollten die Erlöse von der Eröffnung des Döner-Imbisses „Made in Bärlin“ an der Kaiserstraße dem Gütersloher Hospiz- und Palliativverein gespendet werden. Die Stadt Gütersloh die für heute geplante Aktion jedoch verboten – aus Gründen der Verkehrssicherheit. „Am Montag habe ich einen Brief vom Ordnungsamt erhalten, in dem mir mitgeteilt wurde, dass wir die Spendenaktion nicht durchführen dürfen“, schilderte Eliah. Der Gütersloher ist der Inhaber des Fast-Food-Restaurants. Unter seine Enttäuschung mischt sich Unverständnis. Schließlich habe er frühzeitig angekündigt, dass er am Eröffnungstag im Zusammenhang mit einer Spendenaktion Döner für einen Cent verkaufen wolle. Zudem habe er mit der Beauftragung eines Sicherheits-Unternehmens alle nötigen Schritte eingeleitet, um ein Chaos vor der Tür zu verhindern, sagt er.

Aktion am ZOB ist zu gefährlich

Die Stadt sieht das anders. Laut Ordnungsverfügung werde befürchtet, dass eine „unbestimmte Vielzahl an Kunden (Flashmob)“ den Verkehr am Busbahnhof lahmlegen könnte. In dem offiziellen Schreiben heißt es: „Der Standort des Geschäfts befindet sich im Gebäude des Kinos. Beide Seiten des Gebäudes liegen an Haltepunkten für den zentralen Omnibusverkehr. Bei einigen hundert Besuchern ist die Abwicklung des ÖPNV nicht mehr gewährleistet.“ Bei einer am 16. Februar durchgeführten Besichtigung von Ordnungsamt und Polizei sei man zu dem Entschluss gekommen, dass es zu gefährlich sei, die Aktion an der Kaiserstraße durchzuführen.

Zwangsgeld könnte verhängt werden

Als Begründung beruft sich Thomas Habig, Leiter des Fachbereichs Ordnung, auf die Aussage Eliahs „es könnten 50, aber auch 5000“ Personen kommen. Bei einer ähnlichen Aktion, die bei der Eröffnung einer „Made in Bärlin“-Filiale in Osnabrück stattgefunden habe, seien mehrere hundert Menschen zusammengekommen. Dafür sei der Platz am Standort in Gütersloh aber nicht ausreichend. „Ich hoffe, dass der Betreiber einsichtig ist“, betont der Ordnungsamt-Chef. Grundsätzlich stünde er Aktionen dieser Art positiv gegenüber – nur eben nicht in unmittelbarer Nähe zum Busbahnhof. Sollte es trotz Untersagung doch zu einem Menschenauflauf an dem Imbiss kommen, müsse das Ordnungsamt anlassbezogen reagieren. Setze sich Eliah vorsätzlich über das Verbot hinweg, drohe ihm ein Zwangsgeld von bis zu 5000 Euro.

Betreiber verzichtet auf Spendenaktion

Der 29-Jährige hat zur Rettung seiner Spendenaktion sogar einen Anwalt eingeschaltet. Der riet dem Geschäftsführer jedoch ab, gegen das Verbot des Ordnungsamts vorzugehen. Adam Eliah hat sich nun dazu entschieden, seinen Döner am heutigen Eröffnungstag für zwei Euro zu verkaufen – ohne irgendeine Spendenaktion. Los geht es um 14 Uhr.

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