Osterfeuer locken viele Besucher an
Bild: Dünhölter
Die Messdienerinnen Jona Johannhörster (vorn) und Alina Wegner entzünden das Osterfeuer in Spexard.
Bild: Dünhölter

Tausende Gütersloher waren unterwegs – mehr als sonst, hieß es mancherorts. 42 Osterfeuer hatte die Stadt Gütersloh in ihrem Gebiet genehmigt, gut 500 waren es im gesamten Kreis. Eines der größten im Stadtgebiet brannte traditionell am Spexarder Bauernhaus.

Messdiener entfachen Holzstoß

„Bis zu 2000 Besucher aller Generationen“ kamen laut Christian Janzen vom Heimatverein Spexard im Lauf des Abends zum Stelldichein am Feuer. Die Spexarder verbinden bei ihrem friedlichen und heiteren Volksfest laut Christian Janzen „christliche und heidnische Bräuche“.

Entzündet wurde die Flamme für das Entfachen des Feuers nämlich bereits am Samstagabend in der Bruder-Konrad-Kirche. Nach der Christvesper am Sonntag zogen die Gläubigen dann zum Friedhof, um das Osterlicht zu den Gräbern der Verstorbenen zu bringen. Im Anschluss daran trugen die vier Messdiener Jona Johannhörster, Nils Wittenbrink, Leonie Viehweger und Alina Wegner die Flamme zum Bauernhaus, wo der erst am Vortag aufgeschichtete mächtige Holzstoß um Punkt 19 Uhr unter Aufsicht der Freiwilligen Feuerwehr in Brand gesteckt wurde.

Volksfestcharakter vor dem Bauernhaus

Das Areal vor dem Bauernhaus war zu diesem Zeitpunkt schon gut gefüllt. Viele Spexarder hatten die letzten März-Sonnenstrahlen zu einem kleinen Spaziergang genutzt, andere freuten sich auf einen gemütlichen Plausch bei Bier und Bratwurst mit Freunden und Bekannten. Der ehemalige Gütersloher und Spexarder Fußballer Raphael Negri war mit seiner Frau und zwei Kindern dabei. „Ostersonntag ist das Osterfeuer einfach Pflichtprogramm in Spexard. Man trifft hier so viele Bekannte. Die Kinder wären unzufrieden, wenn wir nicht hingehen würden. Die finden Feuer faszinierend“, sagte er.

Den großen Andrang fand darum auch Christian Janzen nicht verwunderlich: „Das ist eine Traditionsveranstaltung. Die ersten Feuer haben wir noch in der Nähe der Autobahn gemacht. Seitdem es das Bauernhaus gibt, sind wir hier. Selbst wenn wir kein Feuer entzünden würden, die Leute würden kommen. Das gehört Ostersonntag einfach dazu.“

Schneeflocken ohne Chance

Ein wenig gespenstisch wurde es nur, als es gegen 19.20 Uhr leicht zu schneien begann. „Osterfeuer und Schnee. Kann der Winter nicht endlich aufhören?“, sprach eine Frau vielen Gästen aus der Seele. Und: Nach heidnischem Brauchtum dienten die Feuer am Ostersonntag in allererster Linie dazu, den Winter zu vertreiben und das Frühjahr nebst angenehmen Temperaturen einzuläuten. Die Hoffnung hatten in Spexard alle.

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