Parvovirus im Katzenhaus
Zuversichtlich, dass sich das Virus nicht weiter ausbreitet: Petra Kulik (l.) und Doro Hücker vor dem Katzenhaus.

 Am Tag vor Weihnachten habe ein Kater, der als Fundtier aufgenommen worden war, hohes Fieber bekommen. „Er fraß nicht mehr und war apathisch“, erzählt Doro Hücker, die seit Februar vorigen Jahres die Abteilung leitet. Ein Mitarbeiter sei sofort mit dem Kater zum Tierarzt gefahren. Der behielt den Patienten in der Praxis. Am nächsten Tag habe der Kater Blut erbrochen und weitere Symptome der sogenannten Katzenseuche gezeigt.

Antibiotika wirken nicht

„Man kann die Krankheit nicht mit einem Antibiotikum behandeln“, sagt die Katzenexpertin. Das Immunsystem der Tiere müsse allein gegen das Virus arbeiten. Der Tierarzt könne lediglich Infusionen setzen, um die Abwehrkräfte zu stärken. Vor allem schon geschwächte, ganz junge oder alte Katzen seien anfällig für das Virus. Übertragen werde Parvo über Kot, Erbrochenes oder Speichel. „Jede Katze, die draußen herumläuft und nicht geimpft ist, kann sich das Virus schnell einfangen“, betont Doro Hücker.

Kein neuer Fall

„So schlimm der Ausbruch der Krankheit auch ist, wir können sagen, dass sich die Ausbreitung noch in Grenzen hält“, betont sie. Die meisten Katzen im Tierheim seien geimpft. Nur bei den Neuzugängen dauere es ebene einige Zeit, bis die Impfungen wirkten. In der vergangenen Woche habe der Tierarzt die vierte kranke Katze einschläfern müssen. Die Symptome seien zu stark, das Tier zu schwach gewesen. Bisher sei danach kein neuer Fall aufgetreten, erklärt Doro Hücker. Bis zehn Tage nach dem Tod des zuletzt erkrankten Tieres sei die Sperrzeit einzuhalten. Die Mitarbeiter hoffen, dass sie das Katzenhaus am kommenden Dienstag wieder öffnen dürfen.

Strenge Hygienemaßnahmen

Bis dahin werden strenge Hygieneregeln eingehalten. Die Räume im Katzenhaus würden im Normalfall nur einmal täglich desinfiziert. Jetzt müsse das vier- bis sechsköpfige Team, das die Katzen betreut, vor allem die Flure mehrmals entkeimen. „Die Handtücher aus den Bereichen, in denen die kranken Katzen untergebracht waren, werden nicht mehr gewaschen, sondern gleich weggeworfen“, erklärt Doro Hücker. Die Mitarbeiter, die die entsprechenden Räume betreten, tragen Schutzkleidung. Auch Petra Kulik, Vorsitzende des Tierschutzvereins Gütersloh als Träger der Einrichtung hofft, dass ab nächste Woche die Quarantäne aufgehoben werden kann. „Bisher ist ja keine neue Infektion aufgetreten.“

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